raubt, ist nicht unsere Philosophie. Aberauf bescheidnes Zweifeln, welches Kartesseinen Schülern empfal, auf redliche,scharfe, unbefangne Durchprüfung des ge-sammten Vorrates unsrer Kenntnisse dringtman mit Recht in unsern Tagen. Manentfernt sich auf einer Seite von jener scha-len Gelcrsamkeit, welche schwächt, statt zunären, vom übertriebnen Dogmatism;auf der andern von der unglüklichen Lagederjenigen, welche von ewigen Zweifelnumhergetrieben werden. In der Tat dür-fen wir Deutsche uns glükttch schäzzen, daßdiese kritische Methode zu philosophiren un-ter uns so allgemein wird. Und hier läßtsich das Verdienst der Kantischen Philoso-phie nicht mißkennen, welche allein baSachtzehnte Jarhundert verewigen würde.Was ist wol besser, schwer zu befriedigen-de Zweifelsucht, oder iener gemächlicheSchlummer, den die Philosophie so ziem-lich zu schlafen schien, und aus dem sieKant allmälich aufgewekt hat? *) —
Freilich
*) Soll man Kants Philosophie auf katho-lichen Universitäten erklärend Don Ma-tern Reuß Professor der Philosophie--Mr,bur-1789. -