243 Elfte» Kapitel. Leuchtkäfer.
Der Photograph streckte seine Rechte darnach» aus undals er mit der Karte zugleich den Finger des Unbekanntenberührte, griff er mit beiden Händen darnach und drücktesic herzlich und innig, indem er sagte: „Wie danke ichIhnen für die Freundlichkeit, die Sie mir erzeigt. Ichweis; nicht, wie es kam, aber es war ein unerklärlichesGefühl, welches mich antrieb, mit Ihnen zu sprechen, alsSie auf die Terrasse traten. Sie hatten für mich so vielZutrauen Erweckendes und es war gerade, als spräche es-in mir: Das ist ein Mann, der dir zu rathon und zuhelfen vermag. Wahrhaftig," fuhr er mit Wärme fort,
„wenn unser Gespräch sich nicht auf so überraschende Artvoir selbst dahin gewandt hätte, ich wäre im Stande ge-wesen, mich Ihnen geradezu zu entdecken."
„Ich danke Ihnen für die gute Meinung," versetzteder Major, „und glaube Ihnen versichern zu können, das;Sie an keinen Unrechten gekommen sind. Wer gehen wir,es ist Nacht geworden."
Und so war es in der That. Die Nachtigall war längstverstummt, der Mond war zwischen den schwarzen Föhrenverschwunden, der Himmel strahlte nicht inehr im Wider-glanz der untergehenden Sonne, sondern hatte ein tiefesglänzendes Blau angenommen, auf dem mit jeder Sekundemehr und mehr plötzlich aufleuchtender Sterne hervorspran-gen. Die Nacht sank nieder und in ihrem Gefolge tiefes,feierliches Schweigen, nur von den Schritten der beidenDahinwandelndcn unterbrochen.