Ein photographisches Atelier.
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„Sieht man nicht auch Prinzessinnen und Gräfinnen anden Schaufenstern ausgestellt?"
„Daß sich eine vornehme Dame nichts daraus macht,von der Menge angegafft zu werden, begreife ich vollkom-men. Wenn sie im Theater und im Conccrt mit ihrenSpitzen und Brillanten sitzen, so müssen sie es auch leiden,daß Tausende von Augen sie so lange anschauen, als esihnen beliebt. Aber mit einem jungen bescheidenen Mäd-
chen, die von der ganzen Welt nichts will, ist das dochwas ganz Anderes. Nehmt mir's nicht übel, Krimpf, wennIhr eine Schwester hättet —"
„Oder eine Geliebte," sagte giftig der Maler.
„So möchtet Ihr es auch nicht haben," fuhr FrauBöhler fort, ohne auf diese Worte zu achten, „daß sieJedermann anstarrte und fragte: wer ist denn das Mäd-chen? Wie heißt sie? Was thut sie? Wo wohnt sie?"
„Nun, was das anbelangt," entgcgnete der Malernach einem kleinen Stillschweigen, „so stellt Mamsell Rosaihr Licht auch nicht gerade unter den Scheffel und läßt sichgehörig auf der Straße sehen."
„Ja, wenn sie ausgehcn muß oder mit ihrer Mutterim Schloßgarten spaziert," bemerkte der Photograph in etwasgereiztem Tone und rieb seine Glasscheibe heftiger als noth-wendig gewesen wäre.
„Ter Effect ist derselbe," fuhr Herr Krimps hartnäckigfort, „Ich bin ihr schon oft begegnet und habe häufig ge-