Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

Im Kabinct des Kammerdieners.

113

kleine Thür und Beide betraten einen Durchgang, durchwelchen sie in den uns wohlbekannten großen Saal ge-langten,, wo die Familienbildcr an den Wänden hingen undder unmittelbar neben dem Speisesaal sich befand. Dieserweite Bildersaal lag still, fast unheimlich da, denn ob-gleich aus zwei Consolen vor den gewaltigen Spiegeln amuntern und oberen Ende Carcellampen brannten, so warendiese doch nicht im Stande, die tiefe Dunkelheit in demSaale gänzlich zu verdrängen; wenn sic auch an den bei-den Enden eine kleine Helle um sich verbreiteten, so bliebdoch in der Mitte des Saales eine solche Dämmerung, daßJemand, der sich dort befand, von Weiten: unkennbar warund nur wie ein Schatten aussah.

Herr Kindermann führte den Ordonnanzoffizier zu einerder Fensternischen, welche tief in die Mauern gehend undmit schweren breiten Vorhängen garnirt, noch dunkler waren.Hier ist Ihr Platz," sagte er,und da ich die Sachegenau überlegt habe, so ist es besser, wenn Sie die Ver-haftung des Barons als das letzte und äußerste Mittelbetrachten."

Der Ordonnanzoffizier blickte den Sprecher mit demAusdruck des höchsten Erstaunens an, was aber dieser be-greiflicher Weise nicht bemerken konnte; doch sprach Herrvon Fernow lachend:Mir scheint, Herr Kindcrmann,Sie haben heute Abend sehr stark Esbouquct aufgeträuselt."

Das war nicht nöthig," entgcgnete der Andere mitHack l äII de r. Der Augenblick des Glücks. I. 8