Im Kabinet des Kammerdieners.
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Herr Kindermann hatte nämlich sein Dicnstkleid aus-gezogen und steckte mit der weißen Halsbinde, mit demlächelnden Gesichte, den wohlfrisirten Haaren und untadeUhasten Schuhen und Strümpfen in einer feinen weißen Pi-quejacke, die aber augenscheinlich zu lang und zu weit fürihn war, was wohl daher kommen mochte, daß die Per-sönlichkeit des Regenten größer und breiter war, als dieseines Kammerdieners. Auch saß Herr Kindermann nichttrocken vor dem hell lodernden und sanft wärmenden Kamine.Arst dem Gesimse desselben stand eine zierliche kleine silbernePunschbowle, aus welcher es ganz allerliebst duftete.
Da der Ordonnanzoffizier einmal saß, so mußte er sichaus dem Getränke der Bowle ein kleines Glas ausfüllenlasten, woran er auch zur großen Zufriedenheit des Kam-merdieners nippte. — Dieser sah auf die Uhr und sagte:
„Wir haben vollkommen Zeit; noch eine gute halbeStunde, und auch dann werden Sie in dem großen Saaledort oben noch lange genug warten müssen. So ist esdenn doch offenbar besser, wir warten hier unten, als daoben. Zu lange dürfen wir uns dagegen auch nicht auf-halten, denn man weiß nie, was passiren kann. Unteruns gesagt, Herr von Fernow, mich freut es außerordent-lich, daß Sie gerade im Vorzimmer waren und zufällig in'sKabinet Seiner Hoheit traten. Das sind Augenblicke, diezu viel Gutem führen können."
„Augenblicke des Glücks," sagte lachend der Offizier.