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3,1 (1827)
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Wirkung des Wassers, der Luft

Wandlung der festen Stoffe des Saamens in Auflösungenund dadurch den Zustand, wirksam zu werden, bewirkt,ob sich z. B. die Pflanze mit seinen Bestnndtbeilen ver-einigt und dieselben, aus der binären Verbindung imWasser, in ternäre Verbindungen versetzt, ist unbekannt;aber letzteres ist, nach dem, was ich später erwähnenwerde, unwahrscheinlich.

Saamen, welche in atmosphärischer Luft keimen, ver-ändern nicht in einem bestimmbaren Grade das Volumdieser Luft; dagegen aber verändern sie ihre Beschaffen-heit, ganz auf dieselbe Art, wie sie z. ß. durch das Ath-men der Thiere verändert wird, so dafs ein Theil ihresSauerstoffgases in Kohlensäuregas verwandelt wird, wo-bei es bekanntlich sein Volum nicht verändert. Folglichvermindert sich während des Keimens unaufhörlich derursprüngliche Kohlenstoffgehalt des Saamens, während derSauerstoff- und Wasserstoff-Gehalt der Beslandtheile un-vermindert in das sich entwickelnde Germen einzugehenscheint. Diese Ausscheidung von Kohlenstoff, welche dieGegenwart des freien Sauerstoffs in dem umgebenden Me-dium erfordert, scheint eine wesentliche Grundbedingungfür alle Lebenserscheinungen in allen Klassen organischerWesen zu sein. Mit ilirer Unterdrückung wird auch alleFortdauer von Leben verhindert; wird daher die den kei-menden Saamen umgebende Luft bis zu einem gewissenGrade ihres Gehaltes an Sauerstoffgas beraubt, oder mitviel Kohlensäuregas vermischt, so hört das begonneneKeimen auf und der Saamen stirbt.

Versucht man, bei Beobachtung aller im Uebrigendem Keimen günstigen Umstände, den Saamen im luft-leeren Raume, in Wasserstoffgas, Stickgas, Kohlensäure-gas u. s. w. keimen zu lassen, so tritt kein Zeichen vonLeben ein, sondern die aufgequollenen Saamen fangenzuletzt an andere Prozesse zu erleiden, wobei sie zerstörtwerden und alles Leben verlischt. Dagegen keimen siesehr gut in Sauerstoffgas, und durch v. Humboldt’s Ver-suche hat man gefunden, dafs sehr alte Saamen, welcheauf gewöhnliche Weise durchaus nicht keimen wollen,