Chemische Verwandtschaft.
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auflöslich oder gleich mit einander mischbar sein müfs-ten, und dafs die neuen Verbindungen, welche von ihnenhervorgebracht werden, dieselbe Leichtflüssigkeit, Flüch-tigkeit, Auflöslichkeit und Mischbarkeit unter sich undmit ihren einfachen Bestandteilen hätten; da aber diesesnicht der Fall ist, sondern da einer von diesen flüchtigerist oder eine gröfsere Neigung hat, eine feste Form an-zunehmen, als ein anderer, so entsteht dadurch auf dereinen oder der anderen Seite eine neue Kraft, welche dasGleichgewicht der streitigen Verwandtschaftsgrade stört,und welche in Zahlen mufs bestimmt werden können,um die Veränderung des Resultats durch die Dazwischen-kunft der neuen Kraft berechnen zu können. Es istmöglich, dafs unsere Nachkommen Data zu solchen Be-rechnungen entdecken; wir vermissen sie bisher gänzlich.Wir haben keine Mittel zu einer sicheren Vergleichungzwischen den Affinitätsstufen, denn die Berechnung, dieman einst für gegründet ansah, dafs wenn eine gröfsereQuantität eines Körpers nöthig sei, um einen anderen zusättigen, dieser gegen den erstem einen um so gröfse-ren Verwandtschaftsgrad besitze, trifft gar nicht ein, weilz. B. eine beinahe gleiche Menge Sauerstoff nöthig ist, um100 Th. Eisen in Eisenoxydul zu verwandeln, als 100 Th.Natrium in Alkali umzuändern, und doch hat der Sauer-stoff eine unendlich vielmal gröfsere Verwandtschaft zumletzteren als zum ersteren.-
3. Wenn zwei Körper, A und B, beide zu einemdritten, C, Verwandtschaft haben, aber A zugleich zu BVerwandtschaft hat, so hat in den meisten Fällen AGVerwandtschaft zu BC, und es entsteht dabei nach denungleichen Mengen, in welchen A, B und C anwesendsind, entweder nur eine Verbindung von AC mit BC,oder dieselbe Verbindung mit AB, AG oder BC gemengt.Z. B., wenn Schwefel, Blei und Sauerstoff sich treffen,so bildet sich, wenn die Menge des Sauerstoffs hinrei-chend war, schwefelsaures Bleioxyd; in einem anderenFall entsteht ein Gemenge von schweflichtsaurem oderschwefelsaurem Bleioxyd mit Schwefelblei, u. s. w.