158
Sechzehntes Kapitel.
Christiane Ringel, und wie ich gestern hörte, soll es auch. jetzt mit der Emma Schwertel losgehen."
„Mit ihrem Lieutenant?" fragte überrascht die alte Frau.
„Mit ihrem Lieutenant, der darneben ein reicher Baronist," bekräftigte der kleine Maler, wobei er schlau nach derFrau hinüberblinzelte, um zu sehen, welchen Eindruck dieseNachricht auf sie mache.
Die Mutter Rosas saß kopfschüttelnd da, und da siegedankenvoll zum Fenster hinausblickte, so hatten die Kar-toffeln wieder einen Augenblick Ruhe.
„Die Emma Schwertel!" sprach sie achselzuckend. „Kanndie sich wohl mit meiner Tochter messen? Und hat garkeine Familie, die sich sehen lassen darf! Der alte Weiheraber war Amtsdiener und mein Bruder ist Stadtrath. Undder Lieutenant hat wirklich ehrliche Absichten?"
„Sie wird Baronin," behauptete Herr Krimpf mit be-stimmtem Tone; dann erhob er sich langsam und setztehinzu: „Aber das muß man auch der alten Schwertel
nachsagen, einen Geist hat die Frau und immer die Handfest darauf gehalten! Dann ist die Emma selbst ein ver-ständiges Mädchen."
„Nun, was das anbelangt, so wollen wir lieber sagensic hat mehr Glück als Verstand; denn mit einem Lieute-nant anbandeln, das führt gewöhnlich zu etwas Anderemals zur Baronin. Wenn die Rosa hätte Lieutenants haben^wollen, so würde das Haus hier wie eine Kaserne aussehen.