Keine Rose ohne Dornen.
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cs ehrlich mit den Beiden. Näherte sie sich doch mit leisenSchritten denselben, legte ihre Hand sanft auf die Schulterdes jungen Mädchens und küßte sie auf die Stirn, als diesedas glühende, thränengcnetzte Gesicht zu ihr erhob.
„Träume ich denn?" sagte Helene nach einer süßenPause. „Träume ich, Euer Durchlaucht? Und werde ichzu neuem Leide erwachen?"
„Nein, nein, es ist kein Traum, mein Kind," erwi-derte die Prinzessin. „Du hast mir selbst einmal gesagt,daß es Augenblicke im Menschenleben gibt, wo das Glückmit einem Male auf uns niederfällt."
„Gewiß, Euer Durchlaucht!" rief der junge Offizierentzückt, „cs gibt solche Augenblicke des Glücks."
„Für Euch Beide, die ich gerne habe, eben jetzt,"antwortete die Fürstin. Dann setzte sie mit leiser Stimme,zu Helenen allein gewendet, hinzu: „für mich vor wenigenMinuten."
Obgleich ihr Fräulein von Nipperda fragend in dasGesicht blickte, so mußte sie doch den Sinn der eben ge-sprochenen Worte verstehen; denn sie faltete ihre Hände,drückte sic auf ihre heftig athmcnde Brust und sprach:
„Wie mich das froh macht!"
Es gibt Augenblicke des Glücks, die so unverhofftkommen, und so bedeutend sind, daß wir sie ohne weitereFrage in unser Herz aufnehmen, daß wir nicht wagen,eine Bemerkung über das Erlebte zu machen, aus Furcht,