Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Vierzehntes Kapitel.

ja, was noch schlimmer war, höchst gleichgültig aus, undalles dies gab dem Kammerherrn Stoff genug zum Nach-denken. Was die beiden erst erwähntet: Angelegenheitenbetraf, so glaubte er den richtigen Weg gefunden zu haben.Das kühlere Betragen seiner schönen Nachbarin dagegenkonnte er sich unmöglich erklären. Sollte sie vielleicht Auf-merksamkeiten anderer Art, sollte sie eine Annäherung er-warten und darum des Schmachtens aus der Ferne über-drüssig seit:? Seine Eitelkeit wollte so weit nicht gehen.Und doch warum sollte das unmöglich sein! Warum sollteihm seine schöne Nachbarin nicht in Wahrheit ihre ganzeLiebe zugewendet haben? Ja, und wenn das der Fallwar, und das; dieser Fall in der That denkbar war, dasglaubte Herr von Wenden in: Spiegel zu lesen, in welchener in diesem Augenblicke einen mörderischeil Blick warf, sokonnte er es seiner Nachbarin nicht verübeln, wenn sie vonihrem Gegenüber endlich einen anderen Beweis der Zunei-gung verlangte, als das ewige Anblicken, als das bestän-dige Zeichenmachcn mit Hand, Schnupftuch und Blumcn-bouquets. Dieser Gedanke war dem Kammerherrn soschmeichelhaft, das; er ihm mit Vergnüget: nachhing, ja,daß er nach eitriger Ueberlegung entzückt von dem Beneh-men des jungen Mädchens war. Das; er morgen am TagSchritte thun wollte, um sie nicht länger harren zu lassen,versprach er sich freilich, war aber noch nicht recht mit sichdarüber im Reinen, auf welche Weise er eine Begegnung