Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Ein freundschaftliches Souper.

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und die Ebbe der Ueberlegung eintrat, fielen seine Blickewieder auf den fremden Mann ihm gegenüber, der leichtmit den Fingern das Glas gefaßt hatte, ruhig an die Deckeblickend rauchte und sich um die ganze Welt nicht zu küm-mern schien. Die Uhr der Gaststube pickte vernehmlich undHerr Krimpf dachte vielleicht habe er sich doch geirrt, unddas Zusammentreffen mit seinem freundlichen Wirthe sei einzufälliges. Dann aber kain es ihm wieder in den Sinn,daß bei Hofe zwei Parteien seien, die des Regenten, unddie andere der Prinzessin Elise. Der letztem diente er,zur erstercn gehörte vielleicht sein Gegenüber. Konnte nichtsein Besuch am Schlöffe bemerkt worden sein? Als Krimpfan seine Portraits dachte, faßte er mit der Hand an seineBrusttasche, worin er die Blätter aufbewahrt hatte, eineBewegung, die dem Major nicht entging.

Dieser hatte indessen Zeit zur Ueberlegung gehabt.Obschon es nicht so leicht schien, den Gegner zu überrum-peln, so beschloß er, ihm doch, wenn auch nur mit einemScheinangriffe, geradezu auf den Leib zu gehen. Er drehtemit der Hand seinen langen schwarzen Schnurrbart und sahden kleinen Maler so herausfordernd und lächelnd an,daß dieser ebenfalls nicht umhin konnte, ihn mit einemlangen, freundlichen Blick zu betrachten. Da schlug dasLächeln des Majors in Lachen über und er sagte mit außer-ordentlicher Lustigkeit:Wir spielen da eine hübsche Ko-

mödie zusammen. Stoßen wir an und trinken wir unser