Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Ein freundschaftliches Souper.

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von mir annehmen zu wollen. Es trinkt sich überhaupt alleinsehr schlecht, und ich muß gestehen, daß mir Wein nur inGesellschaft mundet."

Gegen diese höfliche Entladung war nichts cinzuwen-den. Herr Krimpf brachte freilich anstandshalber noch einigeEinwendungen vor, einige Aber —' Ich bitte — Es könntezudringlich erscheinen — doch ließ er sich bereitwillig amArme nehmen und folgte darauf seinem freundlichen Wirthein ein kleines Stübchen hinter dem allgemeinen Wirthszim-mer, welches ganz dazu gemacht schien, um ein gutes GlasWein in stiller Beschaulichkeit darin genießen zu können.—Beide nahmen Platz, der Fremde schob Herrn Krimpf dieSpeisekarte hin, und bat es sich als eine besondere Ver-günstigung aus, daß er sich ganz nach seinem Belieben einNachtessen aussuchen möchte.

Da das Gaslicht in dem kleinen Stübchen sehr hellbrannte, so fanden die beiden so unvermuthet Zusammen-getroffenen vollkommen Gelegenheit sich gegenseitig zu be-trachten. Während der Andere die Speisekarte studirte,musterte Herr von Fernow sein Opfer, indem er sich behag-lich in seinen Stuhl zurücklehnte und mit einer gewissenBefriedigung ausruhte. Hatte er doch vor der Hand erreicht,was er wollte. Sein Gegenüber, mit den vielleicht kost-baren Blättern in der Tasche, konnte ihm nun nicht mehrentwischen, und im Gefühl des Besitzes lächelte er in sich