genannt L,ooi tlleologici. Z77
Haupt neigen, anzuzeigen, daß unser Haupt der Herrschaft unter-worfen ist u. s. w.; sondern rechte Ehrerbietung ist im Verständeund Herzen, und sind drei Grade vornehmlich.
Die höchste Ehre ist, daß du erkennest und wahrhaftig glau-best, daß Ordnung der Regiments Gottes Werk und Gabe sei,dadurch diesem leiblichen Leben so große Güter gegeben werden,daß sie kein Mensch alle erzählen kann, nämlich: Frieden, Recht,Schutz deines Weibes, deiner Kinder, Kausen und Verkaufen, dieNahrung erhalten, Kinder zur Zucht und Lehre halten. Und inSumma: Dieses Regiment ist die Herberge der Kirche, und derStuhl, darin der Heiland Christus in der Krippe liegt. DießErkennen und Glauben, soll in uns einen Willen wirken, daß wirdie Regiments lieben, uns ihnen unterwerfen, willig Gehorsamleisten, und uns schuldig achten also, nicht allein den Menschen,so regieren, sondern Gott hierin gehorsam zu sein, der dieseOrdnung geschaffen hat.
Der andere Grad ist: Gott danken für solche Wohlthat, undmit Ernst beten für die Regierung und Regenten, daß sie Gottleiten, bewahren und schützen wolle, und dem Teufel nicht ge-statten, gute Regiments zu zerrütten. Denn daß die Herren Hilfevon Gott bedürfen, ist vor Augen; menschliches-Vermögen ist zuschwach zur Regierung. So siehet man, wenn der Teufel gewal-tig wird in den Herren, als im Caligula, Nero, welcher Jam-mer folget.
Diese zwei Grade der Ehrerbietung sollen nicht allein dieUnterthanen leisten, sondern auch die Herren und Regenten selbst;denn sie sollen Unterschied wissen des Standes oder der gefaßtenOrdnung und ihrer Person; die Person, d. i. der Diener zu sol-cher Ordnung soll selbst Gottes Werk erkennen und lieben, sollsich unterwerfen, soll nicht selbst Zerrüttung machen; soll Gottanrufe», daß Er wolle helfen regieren u. s. f.
Nun sind leider wenig Regenten, die ihren Stand selbst eh-ren, sondern viele schänden ihn mit allerlei bösen Thaten, Unzuchtund Tyrannei, und wollen ungestraft sein, meinen, weil sie Her-ren sind, ihnen sei Recht, zu thun was sie wollen. Aber Gotthat sie durch sein Wort genug davor gewarnct, und stellet ihnentäglich Exempel vor Augen, daß Er der Regenten Untugend stra-fen wolle.. Wie geschrieben stehet, Jes. 10: „Wehe denen, dieUnrechte Gesetze machen, und Unrechte Urtheile schreiben; in die-sen lasset Gottes Zorn nicht ab!" u. s. w.' Item, 1. Kor. 6:„Lasset euch nicht verführen; Hurer, Ehebrecher, Abgöttische, Die-