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Hauptartikel christlicher Lehre,
Davon ist ein schrecklich Excmpel gesetzt 1. B. der Kön. 21,von Naboth, dem der König Ahab einen Weinberg wollte abkau-sen, und da Naboth sein Erbgut gern behalten hatte und nichtverkaufen wollte, ließ ihn die Jesabel tödten; darnach zog Ahabden Weinberg zu sich. Diese Tyrannei hat Gott erstlich durchEliam mit dem Wort ernstlich strafen lassen, daß wir gewißlichwissen, daß Gott über solchen Raub zürnet, und daß die folgendePlage von wegen dieser Sünde kommen ist. Darnach hat Gottden Räuber Ahab und die Mörderin» Jesabcl erschlagen lassen.
Bei diesem Excmpel ist zu bedenken, daß solcher Thaten undStrafen viele in allen Landen sich zutcagen, obgleich die Weltdenket, Gott schlafe, wisse, und achte solche Dinge Nichts. Weilaber etliche gottcssürchtige Regenten sind, ist ihnen diese Lehrevorzuhalten, daß sie dennoch bedenken, daß der Unterthanen Güternicht der Herren seien, und greifen nicht darein, wenn nicht wahr-haftige, gemeine Nolhdurst der Lande billige Hilfe erfordert.
Daß aber Etliche dagegen anziehen den Spruch 1. Sam. 8:„Das wird des Königs Recht sein: Eure Söhne u. s. w.; eurebesten Aecker wird er nehmen" u. s. w. Diese Worte geben derHerrschaft nicht mehr, denn daß sie zu gemeinem Schutz Anlagenmachen mögen. Als, so die Lande unbillig überzogen werden,und Rettung bedürfen, wie wider den Türken, oder andere Feinde,die Unrechte Kriege anfangen. Denn in solchen Fallen sind wirzu gemeiner Rettung nicht allein unsre Güter, sondern auch Leibund Leben zuzusetzen schuldig, wie in der Epistel Johannes klargeschrieben stehet: Daß, wie Christus sein Leben für uns gegebenhat, also sind wir auch schuldig, unser Leib und Leben zu wagen,unsere Brüder zu schützen, die mit uns den ewigen Gott undWater unsers Heilandes Jesu Christi anrusen, und den HeilandChristum bekennen. Dieses sei genug von der andern Frage.
Die fünfte Regel: Nachdem nun gesagt ist, was Obrigkeitist, und insgemein angezeigt, was das Amt sein soll, und daßVie Unterthanen sollen unterworfen sein, ist dieß zu merken, inwelchen Stücken die Unterthänigkeit und der Gehorsam stehen soll;nämlich: im ganzen Menschen und seinem Vermögen. Die Selesoll der Obrigkeit Ehre erzeigen; der Leib billige gebotene Arbeit,als Kriegsarbeit und dergleichen. Das Gut soll auch dienen mitSchoß und dergleichen gebührlichen und ziemlichen Anlagen.
Und damit der Leser eine kurze Erinnerung habe vom erstenStück, nämlich von Ehrerbietung, so ist davon zu wissen, daßEhrerbietung nicht allein in äußerlichen Zeichen bestehet, als, das