HauptarLikel christlicher Lehre,
genannt
I^oei tlieoIoKiei;
etwa von vr. Justus Jonas in deutsche Sprache gebracht,aber im Jahre 1555 wiederum durchgesehen von PhilippMelanchthon.
(Zueignung.)
L^er ehrbaren und tugendsamen Frau Anna, des hochgelahrtenHerrn Joachim Camera rii Hausfrau, wünsche ich Philip-pus Melanchthon Gottes Gnade, durch seinen eingebornen Sohn,Jesum Christum, unfern Heiland und wahrhaftigen Helfer,zuvor!
Ehrbare, tugendsame Frau! Alle christliche Herzen sollen täg-lich die gnädige göttliche Offenbarung und Lehre betrachten, Got-tesfurcht, Glauben, Trost, Anrufung, Danksagung durch GottesWort und Erkcnntniß zu erwecken und zu starken, und sollen derPropheten und Apostel Schriften und die Symbole, der Bornund Quell und der Grund des Glaubens sein und bleiben zuallen Zeiten. Daß aber hernach viel Bücher geschrieben sind, istUrsach, daß allerlei Gezänk vorgefallen ist, darin die göttliche Redeund die Sprache in den Propheten und Aposteln in fremdenVerstand geführt sind. Da haben die rechten Lehrer den eigent-lichen Verstand in der Propheten und Apostel Sprache erklärenund erhalten müssen. Denn rechte Lehrer dichten nicht neue oderbesondere Lehre von Gott, sondern bleiben stracks in dem einigenVerstände, wie sich Gott durch diese Reden geoffenbaret hat, diein der Propheten und Apostel Schriften und in den Symbolisgefastet sind, und ist das ganze Predigtamt, das Gott geordnethat in öffentlichen Versammlungen, auch das Schreiben, nichtIV. 1