genannt lb-ooi tbeologici. Z57
einer Ehefrau übel anstehet, einem andern Manne heimlich win-ken, also kann Gott solches Winken, damit man seinen Feindenhofieret, nicht wohl leiden.
Dieses Alles wolle ein Jeder bedenken, und Gottes Ehreund Ausbreitung des Evangelii treulich suchen und fördern; dennwiewohl Viel von diesen Sachen zu reden ist, so will ich's dochauf dieses Mal nicht länger machen; denn so viel man von die-sem Artikel zu gemeiner Unterweisung gibet, das habe ich erzäh-let. Und bitte alle christlichen Leser, sie wollen be! sich selbst be-denken, daß alle Sünden grausame und schwere Aergernisse mitsich ziehen, und werden also zugleich alle Sünden auch Uebcrtre-tungen wider das andere Gebot. Denn Aergerniß ist vornehm-lich solches Ding, darum man von Gott, oder göttlicher Lehreund Sachen übel redet, spottet derselben, und fast höhnische Ver-achtung, welche Laster eigentlich wider das andere Gebot sind.
Nun geben alle Sünden Ursach zu solchem Spott widerGott. Erstlich spottet der Teufel, daß er Sieg gehabt hat wi-der Gottes Willen und wider Christum, die Sünde sei heimlichoder öffentlich. Item: sie sei heimlich oder öffentlich, so folgendoch mehrere Sünden und Strafen, die öffentliches Aergerniß undSchmach der Kirche, und Betrübniß den Frommen gebären.
Jst's aber öffentliche Schande, so wird die rechte Kircheverhnehret, die Frommen betrübet, und achten hernach Viele dieLehre, die du rühmest, viel geringer. Als, da Davids Ehebrucherschollen ist, da werden die Gottlosen gespottet haben: Ist diesesder Mann, der so große Heiligkeit vorgegeben hat? Und Vielewerden von seiner Lehre gezwcifelt haben.
Dieses Alles ist zu unfern Zeiten leicht zu verstehen; dennwir leider nicht wenig Exempel sehcn müssen. Viele sind an al-len Orten, groß und klein, deren öffentliche Untugend Ursach gibt,daß man unsere Kirche also lästert, daß cs allen Frommen großeBetrübniß bringet; item, daß auch ihrer Viele Scheu haben, sichzu den Unfern zu halten. Und sind viele giftige Leute, die dieseWunden mit großem Frohlocken aufreißen, nicht unsere Person,sondern die Lehre, so in unfern Kirchen bekannt wird, d. i. dasheilige Evangelium Gottes, zu schänden.
Nun spricht das andere Gebot Gottes: „Wer Gottes Na-men mißbrauchet, der soll gestraft werden." Item, Gott spricht,ll. Sam. 2: „Wer Mich ehret, den will Ich wiederum mit gro-ßen Ehren zieren und erheben; und wer Mich unehret, den willIch auch zu Schanden machen!"