Z5(> Hauptartikel christlicher Lehre,
den Christen, der sehr strenge Uebung hatte mit Fasten, wolltenicht Fleisch essen und Wein trinken. Da ward dem Malus imKerker geoffenbaret, daß er demselben Mann sagen sollte, daß ersein Fasten Nachlassen, und gemeine, natürliche Speise brauchensollte, wie Andere; denn er gebe Aergerniß mit dieser Weise, daßdie Einfältigen meinten, solcher Unterschied der Speise sei beson-dere Heiligkeit. Dieß hat Attalus demselben Mann lassen an-zeigcn, der auch dieser Offenbarung gehorsam gewesen ist.
Diese Historie gibt eine nützliche Erinnerung diesen hartenLeuten, die doch rechte Lehre verstehen und bekennen; so sie aberdie rechte Lehre nicht verstehen wollen, und aus Haß der Lehreihre Gewohnheit halten, sich als Feinde zu erzeigen, so halte mansie für Feinde, wie andere Verfolger, die Gott zu seiner Zeitrichten und strafen wird.
Es sind auch Viele, die Verstand der Lehre haben, undgleichwohl fest ob ihrer Gewohnheit halten; und suchen darinnicht Gottes Ehre, sondern ihre gute Ruhe, Erhaltung des herr-lichen bischöflichen Standes, oder heucheln den großen Herrn,wollen nicht für unbeständige Leute geachtet sein, die Neuigkeitenannehmen. Und in Summa, die Welt suchet mancherlei, undsind Wenige, die Gottes Ehre vornehmlich oder rein suchen.
Von diesen Allen< so Gottes Ehre nicht suchen, sondern mitHaltung ihrer Gewohnheit, ihren Ruhm, oder großer HerrenGnade suchen, ist leicht zu verstehen, daß sie sehr übel thun,daß sie mit ihrem Exempel die Feinde des Evangetii starken, unddennoch nicht Gottes Ehre suchen, wie sie im Schein vergeben.Und wolle hier ein Jeder sein Herz selbst erforschen, und sicheben vorsehen, daß er nicht wider Gott handele, der uns Allengeboten hat, sein Evangelium zu ehren, und zur Ausbreitungrechter Lehre Hilfe zu thun.
Sind aber Etliche, die nicht ihren Ruhm, oder der Gewal-tigen Gunst wissentlich suchen, sind auch nicht Verächter Gottes,sondern wollten gern Gottes Ehre fördern, die sollen mit Fleißbetrachten, wie schädliches Aergerniß cs sei, die Feinde des Evan-gelii starken, den Lauf rechter Lehre verhindern, die Prediger rech-ter Lehre drücken, andere Einfältige in Zweifel bringen, und alsoden heiligen Geist betrüben. Denn man schmücke dieses Thun,wie man wolle, so ist gewiß, daß die großen Herren Acht habenauf solche Zeichen, und richten daraus das ganze Herz, merke»wohl, daß die Leute sich nach der vorigen Pracht und Wesensehnen, und werden muthi'ger, feste zu halten u. s. w. Wie nun