genannt I-ooi tlwologici. Z47
man sie in der Kirche, da rechte Lehre und rechter Gottesdienstangerichtet, halten soll, doch nicht als Heiligkeit oder nöthigeWerke, und ausgeschlossen andere Jrrthümer, die ich oben erzäh-let habe, sondern vornehmlich zu diesem Ende, daß Ordnung ge-halten werde. Man soll auch wissen, daß außer dem Fall derAergcrniß nicht Sünde ist, diese menschlichen Cecimonien zu un-terlassen. Wie aber Aergcrniß zu unterscheiden sei, will ich her-nach sagen.
Es haben Gerson und Andere viel von diesen Ecrimoniendisputiret, und Maß gesucht, den Gewissen zu Helsen; aber un-ser Unterricht ist zugleich dem Gewissen tröstlich, und zu guterOrdnung und Frieden dienlich. Denn weil dieses Licht bleibet,daß solche Eerimonien nicht Heiligkeit sind, auch nicht nöthig, sowerden nicht Stricke des Gewissens aus diesen Satzungen.
Und doch dagegen, weil man weiß, daß sie zu guter Ord-nung dienen, und daß man Aergerniß, sonderlich in der Kirche,da rechte Lehre gepreiset wird, vermeiden soll, so werden dennochdie vornehmsten und nützlichen Gewohnheiten erhalten. Und sit-tige Leute geben nicht gern böse Exempel, sondern sind vielmehrgeneigt zur Erhaltung guter Ordnung und Zucht, sonderlich wasdie Kirche belanget; daß in öffentlicher Versammlung, die Gottvon Anfang eingesetzt hat, man Ihn da erkennen lerne, anrufeund Ihm danke, und alle Dinge ernstlich und züchtig gehandeltwerden.
So sind auch solche Ordnungen an sich selbst den Kindernund dem groben Volke eine Erinnerung der Historien von Got-tes Werken, und unserm Heiland Jesu Christo. Denn dieHistorie ist ausgetheilet in die Feste: Im Winter halt man dasFest der Geburt Christi; denn um dieselbe Zeit ist Er geboren;im Lenz halt man die Feste vom Leiden und Auferstehung un-sers Herrn Jesu Christi; denn um dieselbe Zeit sind dieselbenwunderbaren hohen Werke geschehen u. s. f.
Diese Austheilung malet dem Volke die Historie vor dieAugen, und ist ein ewiges Denkzeichcn, das die Leute vermahnet,die göttlichen Werke und Lehre fleißig zu hören und zu lernen,daß sie hernach durch die Lehre zu Gott bekehret werden.
Also soll ein jeder christlicher Hausvater seine Kinder zunützlichen Cerimonien gewöhnen, daß sie beten, und ein Stückchristlicher Lehre lesen oder sprechen Morgens und Abends; item,so sie zu Tische und von Tische gehen.
Solche nützliche Ordnungen, so man sie recht brauchet, werden