Druckschrift 
4 (1829)
Entstehung
Seite
56
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56 Hauptartikel christlicher Lehre,

niß ist ein Mangel des Lichts; also hie, Gottes Weisheit undWille ist die ewige, unwandelbare Regel und Maß der Gerech-tigkeit. Und diese Regel hat Er in seinem Gesetz verkündiget,welches ist eben seiner ewigen Weisheit gleichlautende Stimme.Was nun von dieser Regel abweichet, und von dieser göttlichenOrdnung ausreißet, das ist Unrecht, und ist genannt Sünde,und ist durch Gottes Gericht und Zorn verworfen.

Davon ist sehr nöthig zu wissen und festiglich zu schließen,daß die Sünde nicht von Gott geschaffen ist. Gott lasset sie sichauch nicht gefallen, und will sie nicht, thut auch Nichts wirklichdarzu, zwinget oder treibet Niemand zu sündigen, sondern Er istein ernster Feind und Strafer der Sünden. Aber des Teufelsund des Menschen Wille sind Ursache der Sünden. Und sinderstlich die Teufel und Menschen selbst aus eigenem freienWillen, ungezwungen von Gott abgewichen, und in dieSünde gefallen.

Beständige und gewisse Zeugnisse dieses Artikels.

1. Mose 1: „Gott sähe Alles, das Er gemacht hatte, undsiehe, cs war Alles sehr gut."

Psalm 5: „Du bist Gott, der sich die Sünde nicht gefal-len lässet."

Zachar. 8: „Richtet recht und schaffet Friede in eueren Tho- ircn, und denke Keiner kein Arges in seinem Herzen wider seinenNächsten. Und liebet nicht falsche Eide, denn solches Alles Haffe 'ich, spricht der Herr." '

Joh. 8: „Der Teufel, wenn er Lügen redet, so redet er ^aus seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner, und ein Water derLügen." Hie wird Unterschied gemeldet zwischen dem Geschöpf,das von Gott ist, und zwischen der Vcrderbung, die Sünde ist,welche vom Teufel selbst, und nicht von Gott ist. Darum sa-get der Text, die Lüge sei des Teufels eigen Werk.

Rom. 5: „Die Sünde ist durch einen Menschen in dieWelt kommen."

1. Joh. 2: „Die fleischliche Lust ist nicht vom Vater, son-dern von der Welt."

1. Joh. 3: „Wer Sünde thut, ist aus dem Teufel; dennder Teufel hat die Sünde angefangen."

Bei diesen klaren gewissen Zeugnissen sollen wir festiglichbleiben, und die teufelischen Lügen der Stoiker, und der Manichäer