Druckschrift 
4 (1829)
Entstehung
Seite
43
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genannt l-ooi tbooloZioi. 43

Gerechtigkeit auch erhalten werde, so wird die Strafe und gleich-würdige Bezahlung auf den Sohn geleget, und wird dieser wun-derbarliche Rath also beschlossen, daß der Bund mit menschlicherNatur gemacht wird, nämlich, daß der Sohn sich also demüthi-gen soll, und menschliche Natur an sich nehmen, und soll dieserSohn Gott und Mensch ein Opfer werden.

Hie betrachte, wie hohe und große Dinge sind Gottes Ge-rechtigkeit, Gottes Zorn wider die Sünde, die Strafe, die aufden Sohn geleget ist, und dagegen, wie groß die Liebe im Soh-ne ist, und die Barmherzigkeit der drei göttlichen Personen ge-gen uns.

Und merke diese Stücke: Dieweil das menschliche Geschlechtin die Sünde gefallen ist, hat der Strafetragcr und Bezahler bil-lig auch ein Mensch sein sollen, doch ohne Sünde.

Zum andern: Damit die Bezahlung gleichwürdig und bessersei, ist der Bezahler nicht allein ein Mensch, oder Engel, sonderneine göttliche Person.

Zum dritten: Diese große schwere Last des göttlichen Zornswider unsere Sünde haben keine Engel und keine Menschen er-tragen können. Darum hat der Sohn Gottes, der allmächtigist, diesen großen Zorn aus unermeßlicher Liebe und Barmherzig-keit gegen den Menschen auf sich geladen.

Zum vierten: Kein Engel und kein Mensch kann in denheimlichen Rath der göttlichen Majestät treten, und alle Heim-lichkeit erkennen. Nun soll der Mittler für alle Menschen undeinen jeden Anrufer insonderheit bitten, und der göttlichen Maje-stät Willen hören, und hernach denselbigen ausrichten. DiesesAlles gebühret einer allmächtigen Person, wie zu den Hebräerngeschrieben stehet, daß der Hohepriester in das Sanetuin 8-moto-rum, d. i.: in den heimlichen Ehor im Tempel allein hat gehenmüssen, und sonst Niemand; dadurch ist bedeutet, daß der Erlö-ser im heimlichen Rath göttlicher Majestät sein sollte, und desewigen Vaters Herz gänzlich sehen und wissen.

Zum fünften: Kein Engel, und kein Mensch hat den Todüberwinden mögen, und das Leben wiederum geben, sondern die-ses gebührt einer allmächtigen Person.

Zum sechsten: Der Erlöser soll in uns kräftig sein, trägstund erhält diese schwache Natur, siehet aller Menschen Herzen,erhöret Aller Seufzen, bittet für uns Alle, ist und wohnet in denGläubigen, schaffet wiederum in ihnen neuen Gehorsam, Gerech-tigkeit und ewiges Leben. Dieses Alles gebühret allein einer all-