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Hauptartikel christlicher Lehre,
Und sollen die jungen Leute hier erinnert werden, daß die-ser Name: Kreatur, ein Ding heißet, das aus Nichts erschaffenist, oder hernach aus den geschaffenen Dingen gemacht, geborenoder gewachsen ist, und sind alle Kreaturen, Engel, Menschen,Lhiere, Himmel und Erde, solche Werke, die nicht allmächtig sind,sondern haben ihr gesetztes Maß zu wirken, sind auch nicht vonEwigkeit gewesen, und wird ihr Wesen erhalten nicht durch ei-gene Kraft, sondern durch Gott, der sie erschaffe» hat. Wei-ter spricht Johannes: „Und das Wort war bei Gott." Hierwird ausgedrückt der Unterschied der Personen. Der Sohn warbei >dem Vater, und ist der Vater hier ausdrücklich Gott genen-net. Also sind zwei unterschiedliche Personen angezbigt. Darnachsagt Johannes vom Wesen, daß dieses Wort und Ebenbild, dasbei dem Vater in Ewigkeit ist, und eine verschiedene Person ist,dennoch göttliches Wesen und Allmächtigkeit habe, und der Textlautet also: „Und Gott war das Wort." Hier soll man mer-ken, wie nach Art der Sprache diese Rede zu ordnen sei. DerArtikel in der griechischen Sprache zeigt an, daß man diese Redealso ordnen soll: Das Wort war Gott; und so die Rede alsogeordnet ist, weiß man, daß der Text dieses sagt: daß dieserSohn Gott sei.
Die Jugend in der Schule weiß Unterschied zwischen demSubject und Prädicat. I-ogoa ist in dieser Rede Subject undDeus Prädicat, welches ausdrückt, was des 8»1>seeti Wesen sei.Und ist der Sohn also hier auch ausdrücklich Gott genennet, sowie der Vater. Und wiewohl dieser Name, Gott, etliche Mal,doch nicht oft, in der Schrift gebraucht wird von den Menschen,die an Gottes Statt göttliche Aemler tragen, wie der Psalm zuden Königen, Fürsten und Richtern spricht: „Ich habe gesagt:Ihr sollt Götter sein;" d. i., göttliche Amtleute; so stehet dochder Name Gott hier im Text Johannis nicht also für einenAmtmann, sondern es wird vom Wesen geredet. Denn hierist die ganze Rede nicht von Aemtern, sondern vom göttlichenWesen. Und setzt Johannes bald eine Eigenschaft, nämlich All-machtigkcit, die allein göttlichem Wesen gebühret: „Alle Dingesind durch diesen Sohn geschaffen." Daraus ist klar, daß Ecallmächtig ist, wie viele andere Sprüche mehr beweisen. Joh. 5(19. 21): „Was der Vater schaffet, das schaffet auch der Sohn."Item: „Der Vater macht die Tobten lebendig; also auch derSohn macht lebendig, welche Er will." Hiezu gehören alle solcheSprüche, die von der Ewigkeit und Allmachtig-eit des Sohnes