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4 (1829)
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Hauptartikcl christlicher Lehre,

Dieselbigen Weisen bleiben auch nicht bei dem natürlichenVerstände, sondern sie fallen in Zweifel, weil sie diese Ungleich-heit sehen, daß öffentliche Gottesverächter und Tyrannen, die vie-len Menschen Unrecht thun, Reichthum und ein fröhliches Lebenhaben; dagegen aber tugendliche Leute im Elende und Kummerleben, werden unschuldig von den Tyrannen getödtet. Darumsprachen Cato und Pompejus: sie wüßten nicht, ob Gott regiereoder nicht, dieweil sie in einer guten Sache, wie sie meinten, Un-fall hatten. Also wird das natürliche Licht in denselbigen weisenLeuten ganz verblendet, und meinen, Gott sei kein Richter undkein Helfer, suchen darnach andere Phantasieen, werden entwederEpikuräer oder Stoiker. Die Epikuräer sagten: Gott sei Nichts;die Stoiker ließen Gott Etwas sein, aber sie banden ihm Händeund Füße, sagten, Alles, wie es geschehe, Gutes und Böses, müßtealso geschehen aus natürlicher unwandelbarer Ordnung.

Also hat der Teufel nicht allein durch die Götzen in denTempel, sondern auch durch die frevelen Epikuräer und Stoikerviel Gotteslästerung in die Welt gestreuet. Daran flehet manöffentlich, daß die Heiden nicht bei dem natürlichen Lichte geblie-ben sind.

Item: ist ganz gewöhnlich gewesen von Kain an für undfür, und geschieht noch also in dieser Welt, daß wenig LeuteGottes Wort und seine Verheißung achten, und dagegen ihrer Vielsind, die nicht Epikuräer sein wollen, sondern halten sich für sehrgottesfürchtig, und wollen Gott mit eigenen Werken versöhnen,und erdichten immer andere Opfer und Werke, daraus hernachgefolget, daß man auch neue Götzen, als wären viele Götter, er-dichtet hat. Einer hat ein Bild für das Wetter machen lassen;also ist Jupiter gestanden mit dem Donnerstrahl; der Anderehat ein Kriegsbild gemacht; also ist auch Mars gestanden imHelm und mit dem Spieße; und hat man besondere Opfer zujedem Bilde erdacht! Solchen großen schrecklichen und teufelischenFrevel, neue Gottesdienste, Götzen und Götter zu dichten, übendie Menschen, wo nicht rechter Verstand des Evangelii ist, unddie Herzen durch den heiligen Geist in rechter Erkenntniß undAnrufung Gottes erhalten werden.

Nachdem ich nun erinnert habe, daß man Gottes Erkennt-niß in seinen Offenbarungen und seinen klaren ausgedruckten Re-den suchen soll, und dieselben mit festem Glauben in Demuthannehmen, und habe gesagt, daß menschliche Vernunft ohne Got-tes Wort in großer Blindheit und Zweifel steckt, sollen wir erst-