herzlich gern Euch mein Herr Gutes thun möchte, so wer-det Ihr cs doch erfahren, wenn Euch das Futter im Rockezerbricht, oder Ihr denselben sonst ausbessern wollt." Unddamit ging er davon, als wenn ihm der Wind fortjagte.
Ich dachte: „Was mag der Kerl mit diesen Wortenandcutcn? Ich will doch nimmermehr glauben, daß seinemHerrn dieses Futter gereuen werde! Nein, Simplicius!"sagte ich zu mir selbst, „er hat diesen Boten einen so weitenWeg auf seine Kosten nicht geschickt, um mir erst hier auf-zurupfcu, daß er meinen Rock habe füttern lassen; cs stecktnoch etwas Anderes dahinter!" Wie ich nun den Rockdurchsuchte, befand ich, daß er unter die Nähte einen Du-katen an den andern hatte nähen lassen, also daß ich ohnemein Wissen ein großes Stück Geld mit mir davon getra-gen hatte. Dadurch wurde mir mein Gcmüth ganz unru-hig und ich wünschte, er hätte das Seinige behalten. Ichmachte mir allerhand Gedanken, wozu ich solches Geld ent-legen und gebrauchen wollte. Bald gedachte ich es wiederzurückzutragcn, und bald vermeinte ich wieder eine Haus-haltung damit anzustellen, oder mir irgend eine Pfründezu kaufen. Aber endlich beschloß ich, durch solche MittelJerusalem zu beschauen, welche Reise ohne Geld nicht zuvollbringen war.
Dennoch begab ich mich den geraden Weg aus Lorcttound von dannen nach Rom. Als ich mich daselbst eineZcitlang aufgehaltcn, meine Andacht verrichtet und Bekannt-schaft mit etlichen Pilgern gemacht hatte, die auch gesinntwaren, das heilige Land zu beschauen, ging ich mit Einemvon ihnen, nämlich einem Genueser, in dessen Vaterland.Daselbst sahen wir uns nach einer Gelegenheit um, über