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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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Mein eben erwähnter Hofmeister war aber dieser Unter-weisung gar nicht bedürftig, sondern schon von sich selbst zualler Büberei geneigt; wie hätte er mir denn solche verbie-ten, oder mich nm meiner geringe» Fehler willen haltensollen, da er selbst gröbere beging. Aufs Buhlen undSaufen war er am Meisten erpicht, ich dagegen von Naturauf's Balgen und Schlagen. Daher ging ich schon beiNacht mit ihm und seines Gleichen Gassatim, und lernteihm in kurzer Zeit mehr Untugenden ab, als Latein.Soviel das Studircn anbclangte, so verließ ich mich ausmein gutes Gedächtniß und meinen scharfen Verstand, undwar deswegen desto fahrlässiger; im klebrigen aber war ichin allen Lastern, Bubenstücken und Muthwillen völlig er-soffen. Mein Gewissen war bereits so weit, daß ein großerHcuwagen hätte hindurch fahren können. Ich fragte nichtsdarnach, wenn ich in der Kirche unter der Predigt den Ber-nius, Burchicllus, oder den Arctinus las, und hörte nichtsLieberes vom ganzen Gottesdienste, als wenn man sagte:lte, misüa est!" das heißt wörtlich: ,,Geht nach Hause,die Versammlung ist entlassen!" Daneben dünkte ichmich keine Sau zu sein, sondern hielt mich recht stutzcrisch.Alle Tage war mir's Martinsabcnd oder Fastnacht, undweil ich mich dergestalt hielt, wie ein gemachter Herr undnicht nur das, was mein Vater zur Nothdurft reichlichschickte, sondern auch die fetteu Milchpfennige meiner Muttertapfer durchgehen ließ, so lockten uns auch die Frauenzimmeran sich, sonderlich meinen Hofmeister. Bei diesen Schlcpp-säcken lernte ich nun Löffeln, Buhlen und Spielen; Hadern,Balgen und Schlagen konnte ich schon vorher, und dasFressen und Saufen wehrte mir mein Hofmeister auch nicht,