96
weil er selbst gern mitmachtc und weil er mit mir schma-rotzen mußte. 3» solchem edlen und freien Studcntcnlcbcubehängten wir uns mit mehr Dirnen, als die Jaeobsbrüdcrsich mit Muscheln, wiewohl ich »och ziemlich jung war. Eswährte dieses herrliche Leben anderthalb 3ahr, che cs meinVater erfuhr. Da berichtete eS ihm sein Faktor zu Lüttich, beiwelchem wir auch Anfangs zur Kost gingen. Dieser hin-gegen bekam nun Befehl, auf uns genauer Achtung zu ge-ben, den Hofmeister abzuschaffcu, mir den Zügel fernerhinnicht mehr so laug zu lasse», und mich inskünftige mitGelkgcbeu strenger und genauer zu halten. Solches ver-droß uns alle Beide, und obschou der Hofmeister geurlaubtwurde, so stacken wir dennoch auf dem einen wie dem andernWege Tag und Nacht bei einander. Da wir nun abernicht mehr wie ehedem speudircu konnten, fo gesellten wiruns zu einigen Burschen, die den Leuten des Nachts aufder Gasse die Mäntel abzwackum, oder sie gar in der Maasersäuften. Was wir dann solcher Gestalt mit höchster Ge-fahr eroberten, verschlcmmtcn wir mit unseren Dirnen, undließen das Studircn beinahe ganz unterwcges.
Als wir nun einstmals, unserer Gewohnheit nach, beider Nacht herum schlingelte», um den Studenten ihre Män-tel hinwcgzufuchseu, wurden wir überwunden, mein Hof-meister erstochen, und ich nebst fünf Anderen, die rechteSpitzbuben waren, ertappt und cingezogeu. Als wir hier-auf den folgenden Tag vernommen wurden, und ich meinesVaters Faktor nannte, der ein ansehnlicher Alaun war,wurde derselbe beschickt, und meinetwegen befragt, und ichauf seine Verbürgung zwar losgelösten, jedoch angchaltcn,daß ich bis auf weiteren Bescheid in seinem Hause in Arrest