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Das sechszehnte Kapitel.
Simpler sich in des Olivier's Haus
Labet und wieder aufs Neu' putzt heraus.
Unser Essen war weißes Brod und ein gebratener kal-ter Kalbsschlägel. Dabei hatten wir einen guten TrunkWein und eine warme Stube. „Geht, Simplicius!"sagte Olivicr, „hier ist es besser, als vor Breisach in denLaufgräben?" Ich erwiderte: „Das wohl, wenn mannur solch ein Leben mit größerer Sicherheit und besserenEhren zu genießen hätte." Darüber lachte er überlaut undsagte: „Sind denn die armen Teufel in den Laufgräben
sicherer als wir, die sich alle Augenblicke eines Ausfallesbesorgen müssen? Mein lieber Simplicius! ich sehe zwarwohl, daß du deine Narrenkappe abgelegt, hingegen aberdeinen närrischen Kopf noch behalten hast, der nicht be-greifen kann, was gut oder böse ist. Und wenn du einAnderer wärest, als jener Simplicius, der, nach des altenHerzbruders Wahrsagung, meinen Tod rächen soll, sowollte ich dich bekennen lehren, daß ich ein edleres Lebenführe, als ein Freiherr." Ich dachte bei mir: Was will
das werden? du mußt andere Worte hcrvorsuchcn als bis-her, sonst möchte dich dieser Unmensch, der jetzt den Bauerfein zu Hülfe hat, erst kaput machen. Ich sagte deshalb:„Wo ist mein Lebtage je erhört worden, daß der Lchr-junge das Handwerk besser verstehe, als der Lehrmeister?Bruder! hast du solch ein edles und glückseliges Leben,