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Du hast den Machiavellus noch nicht gelesen. Ich bineines recht aufrichtigen Gcmüthcs, und treibe diese Manierzu leben frei und öffentlich ohne alle Scheu. Ich fechteund wage mein Leben darüber, wie die alten Helden, undich weiß auch, daß solche Handthierungen zugelassen find,bei denen derjenige, welcher sie treibt, in Gefahr stehen muß.Weil ich denn nun mein Leben in Gefahr setze, so folgtdaraus unwidersprechlich, daß mir es billig und erlaubt sei,diese Kunst zu üben.
Hierauf antwortete ich: „Gesetzt, Rauben und Stehlensei dir erlaubt oder nicht, so weiß ich gleichwohl, daß eswider das Gesetz der Natur ist, das da nicht will, daß Einereinem Andern thun solle, was er nicht will, daß cs ihmgeschehe. So ist solche Unbilligkeit, wie du ja selbst sagtest,auch wider die weltlichen Gesetze, welche befehlen, daß dixDiebe gehängt, die Räuber geköpft, und die Mörder gerad-brccht werden sollen. Und letztlich ist cs auch wider Gott,was das Vornehmste ist, weil er keine Sünde ungestraftläßt." „Es ist, wie ich oben gesagt habe," entgegnetc Oli-oier, „du bist noch Simplicius, der den MachiavclluS nochnicht studirt hat. Könnte ich aus solche Art eine Monarchieaufrichtcn, so wollte ich sehen, wer mir alsdann viel dawiderPredigte." Wir hätten noch mehr mit einander gestritten;weil aber der Bauer mit dem Essen und Trinken kam, sosetzten wir uns zusammen und stillten unsere Mägen, wessenich denn trefflich hoch vonnöthcn hatte.