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berei das alleradcligste Gewerbe ist, welches man in dieserZeit auf der Welt haben kann! Sage mir, wie viele Kö-nigreiche und Fürstenthümer sind nicht mit Gewalt erraubtund zu Stande gebracht worden? Oder wo wird cs jeeinem Könige oder Fürsten auf dem ganzen Erdboden für,eine Schande angerechnet oder für übel ausgenommen, wenner die Einkünfte seiner Länder genießt, die doch gemeiniglichdurch die verübten Gewaltthaten ihrer Vorfabren erraubtund zuwege gebracht worden sind? Was könnte doch ade-liger genannt werden, als eben das Handwerk, dessen ichmich jetzt bediene! Siehst du nicht täglich vor Augen, daßdie höchsten Machthaber meistentheils einander selbst berau-ben? Siehst du nicht, wie der Stärkste immer den Schwä-cher» in den Sack zu stecken trachtet? Ich merkte dir es an,daß du mir gern Vorhalten wolltest, daß ihrer Viele desMordens, Raubens und Stehlens wegen geköpft, gehängtund gerädert worden seien. Das weiß ich zuvor wohl;denn das befehlen die Gesetze; du wirst aber noch keine an-deren als arme und geringe Diebe haben hängen sehen,was auch billig ist, weil sie sich dieser vortrefflichen Uebunghaben unterfangen dürfen, die doch Niemandem als herz-haften Gemüthern gebührt und Vorbehalten ist. Wo hastdu jemals eine vornehme Standesperson durch die Gerech-tigkeit um deswillen bestrafen sehen, daß sie ihr Land zuviel beschwert habe? Ja, was noch mehr ist, wird dochnicht einmal ein Wucherer gestraft, der diese herrliche Kunstheimlich treibt, und-zwar unter dem Deckmantel der christ-lichen Liebe: warum sollte denn ich strafbar sein, der ichdieselbe öffentlich, auf gut Altdeutsch, ohne irgend eine Be-mäntelung und Glcisnerei übe? Mein lieber Simplicius!