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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
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Ich konnte mir wohl cinbilden, daß ich mit Monseig-neur Canard's Einwilligung schwerlich hinweg kommenwürde, und dachte deshalb heimlich durchzugehcn, sobald ichGelegenheit haben könnte, was mir zu meinem großen Un-glücke auch anging. Denn als ich einstmals etliche Officiercvon der Weimarischcn Armee antraf, gab ich mich ihnen zuerkennen, daß ich nämlich ein Fähndrich von des Oberstende S. A. Regiment und in meinen eigenen Geschäften eineZcitlang in Paris gewesen, nunmehr aber entschlossen sei,mich wieder zum Rcgimente zu begeben, mit der Bitte, siemöchten mich in ihrer Gesellschaft als einen Reisegefährtenniitnchmen. Sie cröffnetcn mir demnach den Tag ihresAufbruchs und nahmen mich willig in ihre Gesellschaft auf.Ich kaufte mir einen Klepper und rüstete mich zur Reiseaus, so heimlich als ich konnte. Sodann packte ich meinGeld zusammen welches ungefähr bei fünfhundert Dublo-nen waren, die ich sämmtlich den gottlosen Weibsbilderndurch schändliche Arbeit abverdicnt hatte und machte mich,ohne von Monseigneur Canard Erlanbniß erhalten zu ha-ben, mit ihnen fort. Diesem schrieb ich jedoch zurück, undzwar datirte ich das Schreiben aus Mastricht, daß er meinensollte, ich wäre auf Kölü zu gegangen, indem ich darin zu-gleich meinen Abschied nahm, mit dem Vermelden, daß csmir unmöglich gewesen sei, länger zu bleiben, weil ich seinearomatischen Würste nicht mehr hätte verdauen können.

Im zweiten Nachtlager von Paris aus wurde mir ge-rade wie Einem, der den Rothlauf bekommt, und meinKopf that mir so grausam weh, daß es mir unmöglich war,aufzustehen. Es war in einem gar schlechten Dorfe, darinich keinen Arzt haben konnte, und was das Aergste war,