Druckschrift 
Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

besser als ich selbst, wie mein Handel stand, und war über-zeugt, daß ich einen guten Herrn nicht ansschlagcn würde.Also wurden wir bald mit einander des Handels eins, weildie beiden Edelleutc das Veste dazu redeten und mich treff-lich empfahlen; ich verdingte mich jedoch nicht länger, alsvon einem Vierteljahre zum anderen.

Dieser Doctor redete so gut deutsch wie ich selbst, undsprach das Italienische wie seine Muttersprache; deshalbversprach ich mich desto lieber zu ihm. Als ich nun mitmeinen Edclleutcn die Letze zehrte, war er auch dabei, undmir gingen übelc Grillen im Kopfe herum; denn da lagmir mein frisch genommenes Weib, mein versprochenesFähnlein und mein Schatz zu Köln im Sinne, von welchemAllem ich mich hinweg zu begeben so leichtfertig hatte be-reden lassen, und da wir von unseres gewesenen KosthcrrnGeize zu reden kamen, fiel mir ein und ich sagte auch überTische:Wer weiß, ob nicht vielleicht unser Kostherr michmit Fleiß hierher gebracht hat, damit er das Meinige zuKöln erheben und behalten möge?" Der Doctor antwor-tete : das könnte wohl der Fall sein, vornehmlich wenn erglaube, daß ich ein Kerl von geringem Herkommen sei.Nein," entgcgnctc der eine Edelmann,wenn er zu demEnde hierher geschickt worden ist daß er hier bleiben soll,so ist es darum geschehen, weil er ihm seines Geizes wegenso viel Drangsal anthat." Der Kranke hingegen fing anzu reden:Ich glaube, cs ist eine andere Ursache. Als

ich neulich in meiner Kammer stand und unser Kosthcrrmit seinem Welschen ein lautes Gespräch hielt, horchte ich,NM was es doch zu thun sein möchte, und vernahm endlichaus des Welschen gcradbrcchtcn Worten, daß er seinen