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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
132
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solchem Ende selbst auf den Fischmarkt zu gehen und anzu-packen, was die Fischer eben auszuschmcißen und hinzuwcr-fcn im Sinne hatten. Unser Brod war gemeiniglich schwarzund altbacken, der Trank aber ein dünnes saures Bier, dasmir die Därme hätte zerschneiden mögen, wiewohl cs meinKostherr für ein gutes abgelegenes Märzbier darstelltc.Ueberdics vernahm ich von seinem deutschen Knechte, daßes zur Sommerzeit noch viel schlimmer hergehe; den» dasei das Brod schimmlig, das Fleisch voller Würmer undihre besten Speisen wären irgends zu Mittage ein paarRettigc und auf den Abend eine Hand voll Sallat. Ichfragte ihn, warum er denn bei diesem Filze bliebe? Daantwortete er mir, daß er die meiste Zeit aus der Reise seiund daß er deshalb mehr ans die Trinkgelder der Reisenden,als auf seinen Schimmeljuden bedacht sein müßte. Ertraue seinem Weibe und seinen Kindern nicht im Keller,weil er sich selbst den Tropfen Wein kaum gönne, und ersei mit einem Worte ein solcher Gcldwvlf, desgleichen kaumnoch einer zu finden sein möchte. Das, was ich bisher ge-sehen hätte, sei noch Nichts; wenn ich noch eine Weile daverbleibe, so würde ich wahrnehmcn, daß er sich nicht schäme,einen Esel um einen Fettmönch zu schinden. Einstmalsbrachte er sechs Pfund Sülze oder Rinderkutteln heim;das setzte er in seinen Spcisekcllcr, und weil zum großenGlücke seiner Kinder das Tagcfenster offen stand, so bandensie eine Eßgabcl an einen langen Stecken und angelten da-mit alle Kuttelflcckcn heraus, welche sie alsbald und nurhalb gekocht in großer Eile verschlangen. Hierauf gabensie vor, die Katze hätte es gcthan. Aber der Erbscnzählerwollte es nicht glauben, sondern nachdem er lange dcSwe-