däe Krankheit anstieß, so verstellten sic die Gesichter wie derTeufel, brüllten wie die Löwen, kratzten wie die Katzen,schlugen um sich wie die Bären, bissen drein wie die Hunde,und damit sie sich noch ärger anstcllen möchten, als die ra-senden Thicre, warfen sie auch mit Allem, was sie in dieHände kriegten, um sich wie die Narren. Man sagt, dieseKrankheit komme von der Galle her, aber ich glaube viel-mehr , daß sie ihren Ursprung daher habe, wenn ei» Narrhoffärlig sei. Deshalb, wenn du einen Zornigen rasenhörst, sonderlich über ein geringes Ding, so halte kecklichdafür, daß er mehr stolz als klug sei. Aus dieser Krank-heit folgt unzählich viel Unglück, sowohl für den Krankenselbst als für Andere; und zwar für den Kranken endlichLähme, Gicht und ein frühzeitiger, wo nicht gar ewiger Tod!Und man kann diese Kranken, obschon sic gefährlich krankseien, mit gutem Gewissen keine Patienten nennen, weilihnen die Paticnz — das heißt: die Geduld — am aller-meisten mangelt. Etliche sah ich am Neide darnieder liegen,von welchen man sagt, daß sic ihr eigenes Herz Hessen, weilsie immer so bleich und traurig daher treten. Diese Krank-heit halte ich für die allergefährlichstc, weil sic vom Teufelihren Ursprung hat, wiewohl sie von lauter Glück hcrrührt,welches des Kranken Feind genießt; und wer einen solchenvon Grund aus kurirt, der dürste sich beinahe rühmen, erhätte einen Verlorenen zum christlichen Glauben bekehrt,weil diese Krankheit keinen rechtschaffenen Christen anstößt,als welche nur die Sünde und Laster neiden. Die Spicl-sucht hielt ich auch für eine Krankheit, nicht allein, weil csder Name so mit sich bringt, sondern weil diejenigen, welchedamir behaftet, ganz giftig auf das Spiel erpicht sind. Die-
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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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128
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