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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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auf wir zur Antwort bekamen, daß wir uns bis zu gänz-licher Erörterung und Ausgang der Sache gedulden müß-ten , weil die Gegenstände, von denen die Handschrift rede,nicht alle vorhanden wäre».

Also versah ich mich des Müßiggangs wieder ans eineZeitlang, bis ich sehen wollte, wie es in großen Städtenhcrgcht. Mein Kosthcrr war, wie man schon gehört hat,ein Notarius und Sachwalter. Daneben hatte er etwa einhalbes Dutzend Kostgänger und hielt stets acht Pferde aufder Streu, welche er den Reisenden für Geld hinzuleihenpflegte. Auch hatte er dabei einen deutschen und einenwelschen Knecht, die sich sowohl zum Fahren als zum Reiten,wie die Postillionen, auf alle vorfallendcn Reisen gebrau-chen ließen und der Pferde warteten. Mit dieser drei- oderviertehalbfachcn Handthierung gewann er nickst allein seineNahrung reichlich, sondern schlng mich ohne Zweifel trefflichvor; denn weil keine Juden in selbige Stadt kommen durf-ten, so konnte er mit allerlei Sachen desto besser wuchern.

Ich lernte viel in der geringen Zeit, die ich bei ihmwar, vornehmlich aber alle Krankheiten kenne», was diegrößte Kunst an einem Doctor der Medicin ist. Dennman sagt, wenn man eine Krankheit recht erkenne, so seidem Patienten schon halb geholfen. Daß ich nun solcheWissenschaft begriff, davon war mein Wirth die Ursache,denn von seiner Person fing ich an, auch auf Andere undderen Leibesbcschaffenheit zu sehen und dieselbe zu betrachten.Da fand ich Manchen todtkrank, der seine Krankheit oftselbst nicht wußte, und der auch von anderen Menschen, javon den Doctoren selbst für einen Gesunden gehalten wurde.Ich fand Leute, die waren vor Zorn krank, und wenn sie