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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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zuvorthat, so ließ ich cs darum doch nicht uittcrwegcs. Ickscheute mich nicht, nachdem ich Gefreiter geworden war, ei»Koller von sechzig Rcichsthalcrn, rothe scharlachcnc Hosenund weiße atlassene Acrmcl, überall mit Gold und Silberverbrämt, zu tragen, welches damals eine Tracht der höch-sten Officire'war; darum stach es einem Jeden in dieAugen. Ich war aber ein schrecklicker junger Narr, daß ichden Hasen so laufen ließ; denn hätte ich mich anders ge-halten und das Geld, welches ich aus Hoffahrt so unnützerWeise an den Leib hing, an gehörige Orte und Enden ver-schmiert, so hätte ich nicht allein das Fähnlein bald bekom-men, sondern mir auch nicht so Viele zu Feinden gemacht.Ich ließ es indcß hierbei noch nicht einmal bleiben, sondernputzte mein bestes Pferd, das Springinsfeld vom hessischenRittmeister bekommen halte, mit Sattel, Zeug und Gewehrdergestalt heraus, daß man mich, wenn ich darauf saß, wohlgar für einen anderen Ritter Sankt Georg hätte anschenInögen. Nichts ärgerte mich mehr, als daß ich wußte,ick sei kein Edelmann, damit ich meinen Knecht und Jungenauch in meine Liverei hätte kleiden können. Ich dachte beimir:Alle Dinge haben ihren Anfang; wenn du ein

Wappen hast, so hast du schon eine eigene Liverei, undwenn du Fähndrich wirst, so mußt du ja ein Petschafthaben, wenn schon du kein Junker bist." Ich war nichtlange mit solchen Gedanken schwanger gegangen, als ichmir durch einen Pfalzgrafen ein Wappen geben ließ. Daswaren drei rothe Larven in einem weißen Felde und aufdem Helme ein Brustbild eines jungen Narren, in kälber-ncm Anzüge, mit einem Paar Hasenohren, vorn mit Schel-len geziert. Denn ich dackte, dies würde sich am Besten