62
zu meinem Namen schicken, weil ich Simplieius hieße.So wollte ich mich auch des Narren bedienen, um mich inmeinem künftigen hohen Stande dabei beständig und fleißigdaran zu erinnern, was ich zu Hanau für ein Geselle ge-wesen war, tamit ich nicht gar zu hoffährtig würde, weilich mich schon jetzt keine Sau zu sein bedünkcn ließ. Alsowurde ich erst rechtschaffen der Erste meines Namens, Stam-mes und Wappens, und wenn mich Jemand damit hättefoppen wollen, so hätte ich ihm ohne Zweifel einen Degenoder ein Paar Pistolen angeboken.
Wiewohl ich damals noch nichts nach dem Wcibcrvolkcfragte, so ging ich doch gleichwohl mit den Herren vomAdel, wenn sie irgends Jungfern besuchten, deren es dennViele in der Stadt gab, um mich sehen zu lassen, und mitmeinen schönen Haaren, Kleidern und Fcderbüscben zuprangen. Ich muß bekennen, daß ich meiner Gestalt hal-ber allen Hinderen vorgezogcn wurde; ich mußte aber da-neben hören, daß mich die vcrwöbntcn Schlappsäcke einemschönen und wohlgcschnitztcn hölzernen Bilde verglichen,an welchem außer der Schönheit sonst weder Kraft nochSaft wäre; denn es war sonst nichts an mir, was ihnengefiel. So konnte ich anch ohne das Lautenschlagen sonstnoch nichts machen oder Vorbringen, was ihnen angenehmgewesen wäre, weil ich noch nichts vom Lieben wußte.Als mich aber auch diejenigen, welche sich um die Frauen-zimmer umthun konnten, meiner holzböckischen Art undUirgcschicklichkcit halber anstachcn, um sich selbst dadurchbeliebter zu machen und ihre Wohlrcdcnhcit zu rühmen, dasagte ich hingegen, daß mir es gcnng sei, wenn ich nochzur Zeit meine Freude an einem blanken Degen und einer