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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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Seite
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Also diente ich meinem Herrn zur Lust, Kurzweil, Ergötzungund Verwunderung. Alle Offiziere erzeigten mir ihrengeneigten Willen, die reichsten Bürger verehrten mich unddas Hausgesinde nebst den Soldaten wollten mir wohl,weil sie sahen, wie sehr mir mein Herr gewogen war. Einerschenkte mir hier, der Andere dort etwas; denn sie wußten,daß Schalksnarren oft bei ihren Herren mehr vermögen,als etwas Rechtschaffenes, und dahin hatten sie es denn auchmit allen ihren Geschenken abgesehen, weil mir Etliche nurdarum gaben, daß ich sie nicht vcrfuchsschwänzen sollte.Andere aber deshalb, daß ich ihretwegen das eben thunsollte. Auf solche Weise brachte ich ziemliches Geld zusam-men, welches ich mehrcnthcils dem Pfarrer wieder zustcckic,weil ich noch nicht wußte, wozu es nützte. Und gleichwiemich Niemand scheel anschcn durfte, also hatte ich auch vonnirgends her eine Anfechtung, Sorge oder Bckümmcrniß.Alle meine Gedanken richtete ich auf die Musik und darauf,wie ich dem Einen und dem Andern seine Mängel artlichverweisen möchte. Daher wuchs ich auf, wie ein Narr imZwicbellande; dcr Dirncnspiegcl wurde mir glatt und meineLeibeskräfte nahmen handgreiflich zu. Man sah cs mir nachkurzer Zeit an, daß ich mich nicht mehr im Walde mit Was-ser, Eicheln, Buchnüffen, Wurzeln und Kräutern morti-stcirte, sondern daß mir bei guten Bißlein der rheinischeWein und das Hanauische Doppelbier wohl zuschlug, wasin so elender Zeit gewiß für eine große Gnade von Gott zuschätzen war; denn damals stand ganz Deutschland in völli-gen Kriegsflammen, Hunger und Pestilenz, und Hanau selbstwar mit Feinden umlagert. Dieses Alles konnte mich imGeringste» nicht kränken. Nach aufgeschlagcner Belagerung