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Phantasten, der geglaubt habe, seine Nase sei so lang, daßstc ihm bis auf den Boden reiche. Diesem habe man eineWurst an die Nase gehängt, dieselbe nach und nach bis andie Nase selbst hinwcggcschnittcn, und als er das Messer an derNase empfunden, habe er geschrieen, seine Nase sei jetzt wie-der in der rechten Form. Es kann also, wie diesen Personen,dem guten Simplicius wohl auch wieder geholfen werden."
„Dieses Alles glaubte ich wohl," antwortete meinHerr, „nur liegt cs mir an, daß er zuvor so unwissend ge-wesen ist, nunmehr aber von Sachen zu reden weiß, solcheauch so vollendet hererzählt, dergleichen man bei älteren,erfahrneren und beleseneren Leuten, als er ist, nicht lcicht-lich finden wird. Er hat mir viele Eigenschaften der Thicrc ge-nannt, und meine eigene Person so artlich beschrieben, als wenner sein Lebtage in der Welt gewesen wäre, also daß ich michdarüber verwundern und seine Rede beinahe für eine Weis-sagung oder Warnung Gottes halten muß."
„Herr!" cntgegncte der Pfarrer, „dieses kann wohl aufganz natürliche Weise zugchen. Ich weiß, daß er wohlbelesen ist, wie denn sowohl er als sein Einstedel gleichsamalle meine Bücher, die ich gehabt habe, und deren freilichnicht wenige gewesen sind, durchgcgangen haben. Weilnun der Knabe ein gutes Gcdächtniß hat, jetzt aber in sei-nem Gcmüthc müßig ist und seiner eigenen Person vergißt,so kann er gleich hcrvorbringen, was er ehedem ins Hirngefaßt hat. Ich versehe mich auch zu ihm der guten Hoff-nung, daß er mit der Zeit wieder zurecht zu bringen sei.,,Also setzte der Pfarrer den Gubernator zwischen Furcht undHoffnung hinein; er verantwortete mich und meine Sacheauf das Beste und brachte mir gute Tage, sich selbst aber