36
daß sie mir, wir dcm Nabuchodonosor, zur Speise und zumUnterhalte meines Lebens auch nicht unbequem sein werden.So hat mich die Natur auch bereits mit einem guten Pelzeoersehen, während dir hingegen oft vor dcm Besten ekeltund der Wein deine» Kopf zerreißt und dich bald in diesebald in jene Krankheit wirft."
Mein Herr antwortete: „Ich weiß nicht, was ich eigent-lich an dir habe. Für ein Kalb bedünkst du mich viel zuverständig zu sein. Ich bin schier der Meinung, du seistunter deiner Kalbshaut noch mit einer Schalkshaut überzo-gen?" Ich stellte mich ganz zornig und sagte: „Vermeintihr Menschen denn wohl, wir Thicre seien gar Narren?Das dürft ihr euch wohl nicht einbilden! Ich halte dafür,wenn Thicre, die älter sind als ich, so gut wie ich redenkönnten, sie würden euch wohl ganz anders ausschncidcn.Wenn ihr meint, wir seien so ganz und gar dumm, sosagt mir doch, wer die wilden Blvchtauben, Häher, Amselnund Rebhühner gelehrt hat, wie sie sich mit Lorbeerblätternpurgircn sollen? und die Tauben, Turteltäublein und Hüh-ner mit Sankt-Pctcrskraut? Wer lehrt Hunde und Katzen,daß sic das bcthaute Gras fressen sollen, wenn sie ihrenvollen Bauch reinigen wollen? Wer lehrt die Schildkröte,wie sic die Bisse mit Schierling heilen? und den Hirsch,wie er, wenn er geschossen worden ist, seine Zuflucht zu demDirtam oder wilden Polci nehmen solle? Wer hat dasWieselcin unterrichtet, daß cs Raute gebrauchen solle, wenncs mit der Fledermaus oder mit irgend einer Schlange käm-pfen will? Wer giebt den wilden Schweinen den Epheuund den Bären de» Alraun zu erkennen und sagt ihnen,daß es gut sei zu ihrer Arznei? Wer hat dem Adler ge-