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verständest du auch den Unterschied, der zwischen den Men-schen stattfindct, und würdest daher einem Jeden seinen Eh-rentitel gern gönnen. Sintemal du aber ein Kalb und kei-ner menschlichen Ehre würdig noch sähig bist, so redest duauch von der Sache, wie ein dummes Kalb, und mißgönnstdem edlen menschlichen Gcschlcchte dasjenige, dessen cs sichzu erfreuen hat." Ich antwortete: „Ich bin sowohl einMensch gewesen als du, habe auch ziemlich viel gelesen, undkann daher urtheilen, daß du den Handel entweder nichtrecht verstehst oder durch dein Interesse abgehalten wirst,anders zu reden als du es weißt. Sage mir, was für herr-liche Thatcn vollbracht und was für löbliche Künste erfundenworden sind, die hinreichend wären, um ein ganzes Ge-schlecht auf etliche hundert Jahre lang, nach dem Absterbender Helden und Künstler selbst, zu adeln? Ist nicht beides,der Helden Stärke sowohl als der Künstler Weisheit undVerstand, mit hinweg gestorben? Wenn du dies nicht ver-stehst und der Eltern Eigenschaften auf die Kinder fort er-ben , so muß ich dafür halten, dein Vater sei ein Stockfischund deine Mutter eine Plattcißc gewesen." „Ha!" ant-wortete der Secretär, „wenn cs damit wohl ausgcrichtet seinwird, daß wir einander schänden wollen, so könnte ich dirvorwerfen, daß dein Knan ein grober spcssartcr Bauer ge-wesen sei, und daß du, obgleich es in deiner Heimath unddeinem Geschleißte die größten Knvllfinken giebt, dich dochnoch mehr verringert habest, indem du zu einem unvernünf-tigen Kalbe geworden bist." „Schon recht!" cntgcgneteich, „da habe ich dich erst recht bei der Karthause; das istes eben, was ich behaupten will, daß nämlich die Tugendender Eltern nicht immer auf die Kinder forterben, und daß