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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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schm einen Golt aus dem Arzte und suchten ihres LebensAufenthalt in der Apotheke, aus welcher sic freilich öftersmit ihrer äußersten Ungeduld und Verzweiflung zum Todebefördert wurden. Manche Narren machten sich Göttinnenaus glatten Dirnen; diese benannten sie mit andern Namen,beteten sic Tag und Nacht au mit vielen tausend Seufzer»und machten ihnen Lieder, welche nichts Anderes als ihrLob in sich enthielte», nebst dcmüthigcn Bitten, daß selbigemit ihrer Thorheit ein barmherziges Mitlcidcu tragen undauch zu Närrinnen werden wollten, gleichwie sic selbst Narrenwären.

Hingegen waren Weibsbilder, die hatten ihre eigeneSchönheit für ihren Gott aufgeworfen; diese, gedachten sie,wird mich wohl vermannen, Gott im Himmel sage dazu,was er will. Dieser Abgott wurde anstatt anderer Opfertäglich mit allerhand Schminke, Salben, Wassern, Pulvernund sonstigem Gescknnicrscl unterhalten und verehrt. Ichsah auch Leute, die wohlgelcgcnc Häuser für Götter hielten;denn sie sagten, so lange sie darin gewohnt hätten, wäreihnen Glück und Heil zugestandcn und das Geld gleichsamzum Fenster hincingefallcn, welcher Thorheit ich mich höch-lich verwunderte, weil ich die Ursache sah, warum die Ein-wohner so guten Zuschlag gehabt hatten. Ich kannte einenKerl, der konnte in etlichen Jahren vor dem Tabakhandclnicht recht schlafen, weil er demselben sein Herz, Sinne undGedanken, die allein Gott gewidmet sein sollten, geschenkthatte; er schickte demselben sowohl des Tages als bei Nachtso viel tausend Seufzer, weil er dadurch Gedeihen hatte.Aber was geschah? Der Phantast starb und fuhr dahin,wie der Tabakrauch selbst. Da dachte ich:O du elender