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gen Leben studirte, verwunderte ich mick> warum doch Gottseinem Volke die Abgötterei so hochstMich verboten habe;denn ich bildete mir ein, wer einmal den wahren cwigewGott erkannt hätte, der wurde wohl nimmermehr einenandern verehren und anbeten; ich schloß also in meinemdummen Sinne, dies Gebot sei unnöthig und vergeblich ge-geben worden. Aber ach! ich Narr wußte nicht, was ichdachte; denn sobald ich in die Welt kam, vermerkte ick', daß— ungeachtet dieses Gebotes — beinahe jeder Weltmcnscheinen Ncbengott hatte, ja etliche hatte» deren Wohl mehr,als die alten und neuen Heiden selbst. Etliche hatten denihrigen in der Kiste, auf welchen sie allen Trost uiid alleZuversicht setzten. Mancher hatte den scinigen bei Hofe,zu welchem er alle Zuflucht gestellt hatte, da er doch nur einGünstling und oft ein liederlicher Bärenhäuter wär, als seinAnbeter selbst, weil seine luftige Gottheit nur auf der apri-lenwettcrischen Gunst des Prinzen bestand. Andere hattenden ihrigen in der Reputation und in weltlichem Ansehen,und bildeten sich ein, wenn sie nur diese erhielten, so wärensie selbst auch halbe Götter. Noch Andere hatten den ihri-gen im Kopfe, nämlich diejenigen, denen der wahre Gottein gesundes Hirn verliehen hatte, also daß sie einige Künsteund Wissenschaften zu fassen geschickt waren; selbige setztenden gütigen Geber auf eine Seite und verließen sich auf dieGabe, in der Hoffnung, sie würde ihnen alle Wohlfahrtverleihen. Auch waren Viele, deren Gott ihr eigener Bauchwar, welchem sie täglicb die Opfer reichten, wie vor Zeitendie Heiden dem Bachus und der Ceres gethan haben; undwenn solcher sich unwillig erzeigte, oder sonst die ntknschli-'chen Gebrechen sich anmeldetcn, so machten die elenden Men-