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Also hatte ich wohl tausenderlei Grillen und seltsameGedanken in meinem Gemüthe und gerieth in schwere An-fechtungen wegen des Befehls Christi, da er spricht: „Rich-tet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet." Nichtsdesto-weniger kamen mir die Worte des Apostel Paulus zu Ge-dächtnis die er im fünften Kapitel des Briefs an die Gala-ter schreibt: „Offenbar sind alle Werke des Fleisches, alsda sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötte-rei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwie-tracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und derglei-chen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage esnoch wie zuvor, daß, die solches thun, werden das ReichGottes nicht ererben!" Da dachte ich: das thut ja fastJedermann öffentlich, warum sollte denn ich nicht auch aufdes Apostels Worte offenherzig schließen dürfen, daß auchnicht Jedermann selig werde?
Nächst der Hoffahrt und dem Geize, sammt deren ehr-baren Anhängen waren Fressen und Saufen, Huren und Bu-ben bei den Vermögenden eine tägliche Uebung. Was miraber am allercrschrccklichsten vorkam, war dieser Greuel, daßetliche, sonderlich Svldatcnbursche, bei welchen man die Lasternicht am ernstlichsten zu strafen Pflegt, beides aus ihrerGottlosigkeit und dem heiligen Willen Gottes selbst nuseinen Scherz machten und denselben ganz hcldcnmüthigcrWeise durchzogen. Zum Beispiel: Ich hörte einstmalreinen Ehebrecher, welcher wegen vollbrachter That noch ge-rühmt sein wollte, diese gottlosen Worte sagen: „Es thm'sdem geduldigen Hahnrei genug, daß er meinetwegen einPaar Hörner trägt, und wenn ich die Wahrheit bekennensoll, so habe ich's mehr dem Manne zu leid, als der Fra»