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Das vierundzwanzigste Kapitel.
Simpler durchziehet und tadelt die Leut',
Sieht viel Abgötterei zu seiner Zeit.
Damals war bei mir nichts Schätzbarliches, als einreines Gewissen und ein aufrichtiges frommes Gemüth zufinden, welches mit der edlen Unschuld und Einfalt beklei-det und umgeben war. Ich wußte von den Lastern nichtsAnderes, als daß ich sie ctwan nennen hören oder davongelesen hatte, und wenn ich deren eines wirklich begehensah, so war mir's eine erschreckliche und seltene Sache, weilich erzogen und gewöhnt worden war, die Gegenwart Got-tes allezeit vor Augen zu haben und aufs Ernstlichste nachseinem heiligen Willen zu leben, und weil ich denselbenwußte, so Pflegte ich der Menschen Thun und Wesen gegendenselben abzuwägen. Zn solcher Uebung bedünkte mich,ich sähe nichts als eitel Greuel. Herr Gott! Wie verwun-derte ich mich anfänglich, wenn ich das Gesetz und Evan-gelium sammt den getreuen Warnungen Christi betrachtete,und hingegen die Werke derjenigen ansah, die sich für seineJünger und Nachfolger ausgaben. Ach leider! Anstattder aufrichtigen Meinung, die ein jedweder rechtschaffeneChrist haben soll, fand ich eitel Heuchelei und sonst sounzählbare Thorheitcn bei allen fleischlich gesinnten Wclt-menschen, daß ich auch zweifelte, ob ich Christen vor mirhätte oder nickt. Denn ich konnte lcichtlich merken, daßmänniglich den ernstlichen Willen Gottes wüßte, ich merkteaber hingegen keinen Ernst, denselben zu vollbringen.