68
ist ? Darf nicht dcr Feldherr einem Kavallicr mehr ver-trauen als einem Baucrbuben, dcr seinem Vater von Pflugeentlaufen ist und seinen eigenen Eltern kein Gut hat thunwollen? Ein rechtschaffener Edelmann, che er seinem Ge-schlechte durch Untreue, Feldflucht, oder sonst etwas derglei-chen einen Schandflecken anhinge, eher würde er ehrlich ster-ben. Zudem gebührt dem Adel in allen Stücken der Vor-zug, wie solches in den Gesetzen des Honvrius über die Eh-renstelleu in den Digcsten zu sehen ist. Johannes vonPlatea will ausdrücklich, daß man in Bestallung der Acmierdem Adel Len Vorzug lassen und die Etcllcute den Plebe-jern schlechthin verziehen soll. Ja, dieses ist in allen Rech-ten gebräuchlich und wird in der heiligen Schrift bestätigt;denn „ glücklich ist das Land, dessen König ein Edler ist,"sagt Jesus Sirach im zehnten Kapitel, welches ein herrlichesZeugniß für den Vorzug ist, dcr dem Adel gebührt. Undwenn schon Einer von Euch ein guter Soldat ist, dcr Pul-ver riechen und in allen Begebenheiten treffliche Anschlägegeben kann, so ist er darum nicht gleich tüchtig, Andere zucommandiren und sich vorsichtig zu verhalten; da hingegendiese Tugend dem Adel angeboren oder doch von Jugend aufangewöhnt wird. Sencca sagt: „ Ein heroisches Gcmüthhat diese Eigenschaft an sich, daß es zur Ehrerjagung auf-gemuntert wird; so hat auch kein hoher Geist einiges Be-lieben au geringen und nichtswürdigeu Dingen." Und dieshat auch der Dichter Faustus in folgendem Distichon aus-gedrückt ^
8i le luslicitas vilein ßenuisset Lßrestis,diobililss Lllimi non köret ista tui.