ganzen menschlichen Geschlechts zu solchem Ende erschaffenhat. Salz brauchten wir wenig und von Gewürz gar nichts;denn wir dursten die Lust zum Trünke nicht erwecken, weilwir keinen Keller hatten. Die Nothdurst an Salz gab unsein Pfarrer, der ungefähr drei Meilen Weges von unswohnte, und von dem ich noch viel zu sagen habe.
Was unfern Hausrath betrifft, so war desselben genugvorhanden. Denn wir hatten eine Schaufel, eine Haue,eine Art, ein Beil und einen eisernen Hafen zum Kochen,was zwar nicht unser Eigenthum, sondern von obgemeldtemPfarrer entlehnt war. Jeder hatte ein abgenutztes, stumpfesMesser; dieselben waren unser Eigenthum und sonst nichts.Ferner bedurften wir auch weder Schüsseln, Teller, Löffel,Gabeln, Kessel, Pfannen, Rost, Bratspieß, Salzbüchse,noch anderes Tisch - und Küchengeschirr; denn unser Hafenwar zugleich unsere Schüssel, und unsere Hände waren auchunsere Gabeln und Löffel. Wollten wir aber trinken, sogeschah cs durch ein Rohr aus dem Brunnen, oder wirhingen den Mund hinein, wie Gideon's Kriegsleute. Vonallerhand Gewand, Wollen, Seiden, Baumwollen undLeinen, beides zu Betten, Tischen und Tapczercien, hattenwir nichts, als was wir auf dem Leibe trugen, weil wir füruns genug zu haben schätzten, wenn wir uns vor Regenund Frost beschützen konnten. Sonst hielten wir in unse-rer Haushaltung keine gewisse Regel oder Ordnung, außeran Sonn- und Feiertagen, an welchen wir schon um Mitter-nacht auszugehcn anfingcn, damit wir noch früh genug,ohne männigliches Vermerken, in unseres obgemeldtenPfarrherrn Kirche, die etwas vom Dorfe abgelegen war,kommen und den Gottesdienst abwarten konnten. In der-