Druckschrift 
Ueber die wechselseitigen Verhältnisse der Philosophie und Theologie : nach kantischen Grundsätzen
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

Hier mußte nun eigentliche Hülfe aufgesuchtwerden, die sich erst alsdannn finden ließ,wenn die Quellen beider irrenden Partheien ent-dekt waren. Der Fehler lag darin, daß manvon beiden Seiten Begriffe mit Begriffen ver-wechselte, und dem einen zum Ueberzeugungs-gründe unterschob, was dem andern mit völligemAusschliessungsrechte zukam. — So war wenig-stens der Streit zwischen den zeitherigcnMctaphy-stkern beschaffen, wenn die eine dcistische Parthekihre Begriffe vomDaseyn Gottes und dessenEigenschaften ohne alle Anschauung in blos logi-scher Form der spinozistischen aufdringen wollte;diese aber jener die nothwendige Bedingung derAnschauung selbst in dem Begriffe des Da-seyns aus metaphysischen Gründen haarkleinvordemonstrirte. Einen Begriff des W i r k l i ch-seyns ohne Anschauung beweisen zu wol-len, das war unmetaphysisch; und den Begriffder Anschauung zur Gottheit überzutra-gen, das war unvernünftig; folglich hattenbeide gegen einander recht, und im Grunde un-recht; nur wollte es keine der andern einge-stehen, keine konnte die andere ganz überführen,E 4 weil