vielmehr in der Mitte des 12teu Jahrhunderts (um 1140) vondem wendischen Fürsten Pribislav, oder Heinrich, an derStelle eines heidnischen TriglaiT-Tempels errichtet wurde. Siegelangte bald zu einem grossen Ilufe von Heiligkeit, und war,wie eine Urkunde vom Jahre 1362 sagt: „fast durch ganzDeutschland geehrt, und wurde eines zahlreichen Besuchs fürgar würdig geachtet.“ Ja sie galt „für eine der vorzüglichstenStätten, welche sich die hochgelohte Himmelskönigin und Mut-ter Gottes selbst zu ihrem Lobe auserkoren hätte.“ Sie ge-währte dadurch dem bischöflichen Domkapitel auf der BurgBrandenburg, welchem sie von den askanischen Fürsten seit;1166 übereignet war, kein unbedeutendes Einkommen. Spä-ter verlor sie indess an Berühmtheit, und die Zahl der Besuchewurden bedeutend geringer. Besonders hatte der Ruf einerandern Kirche in dem nicht gar fernen Dorfe Nykamer heiNauen, und das Wilsnaker Wunderblut seit der Mitte des14ten Jahrhunderts viele Wallfahrer von Brandenburg abgezo-gen. Genug, die Marienkirche wurde seltener besucht, ihreEinkünfte verminderten sich, und „es war mit derselben garschlecht und geringe bestellt;“ sie selbst zu einer „schlechtenCapelle“ herabgesunken.
Im Jahre 1411 kam der Burggraf Friedrich von Nürn-berg, aus dem Hause Hohenzollern als Verweser in dieMark, und empfing 1417 die Belehnung mit derselben und dieKurwürde. Friedrich war nach Möglichkeit darauf bedacht, demgesunkenen Kirchenthume wieder aufzuhelfen. Kein Punkt inder Mark konnte aber den Blick des Kurfürsten mehr auf sichziehen, als jene Marienkirche hei Brandenburg, welche für dieälteste christliche Kirche des Landes galt, welche bei einerStadt lag, der sein Kurfürstenthum den Namen verdankte, wel-che früher eines so ausgebreiteten Rufes genossen hatte, undnun so einsam, so verwaist dastand; welche endlich der Jung-frau Maria geweiht war, einer Heiligen, deren Verehrungdamals besonders blühte, und welcher hauptsächlich auch derKurprinz, nacliheriger Kurfürst Friedrich II. huldigte. Des-halb beschloss Friedrich I., wahrscheinlich gemeinsam mit sei-nen Söhnen, der Marienkirche bei Brandenburg zu Hülfe zukommen, sie nicht verfallen zu lassen, vielmehr sie einemtäglichen Gebrauche wieder zu geben, indem er es, nachden Worten der betreffenden Urkunden, „für seine erste Pllicht