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Orden vom Goldenen Vliess
Entstehung
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aller drei Jahre, zum zweiten Tage nämlich des Monats Mai, an demjenigen Orte aber gehalten werdenmüssen, welchen der Oberste selbst durch zur rechten Zeit und nach Verhältniss des Unterschiedes undder Entfernungen ausgescbickte Schreiben angezeigt haben wird; jedoch so, dass es Uns frei undunbenommen bleiben soll, die Zeit der zu haltenden Versammlungen entweder abzuändern oder auch zuverschieben, wenn Uns irgend eine gerechte Ursache vorhanden zu sein scheinen wird: nur werdenneue Versammlungen nicht eher abgehalten, als nach Verlauf eines Jahres seit den letzten Zusammen-künften.

Cap. 23.

Damit aber diese Zusammenkünfte und General-Versammlung auf die vorgeschriebene Weisegehalten und durch keine Veranlassung der Dinge, welche dazwischen kommen könnten, verhindertwerden: wollen und befehlen Wir, dass dann Unsere Nachfolger, welche den obersten Rang in diesemOrden einnehmen werden sofern sie sich selbst nicht persönlich am bestimmten Tage stellen könn-ten nötliig haben, an demselben Tage Vollmachtsschreiben zu senden, wodurch sie Einem oderMehreren von den Brüdern, welche den Versammlungen beiwohnen werden, ihre Stellen anvertrauenund die höchste Gewalt übertragen. Der Oberste nämlich selbst erhält die Macht, in seinem Namenden ersten Platz einzunehmen; die Uebrigen aber, in der Versammlung selbst zu erscheinen und beizu-stehen; die Entschuldigung anzuzeigen, warum sie selbst nicht werden zugegen sein können; ihrePlätze und innezuhabenden Sitze; sowie die beim Gottesdienste zu leistenden Denare und andere zubeachtenden Gebräuche zu bestimmen; das anzuhören, Avas entAveder für sie oder gegen sie gesprochenwerden wird; auch die zu leistenden Strafen, wenn sie mit dergleichen belegt Averden, und ihnen allesdas, was daselbst verhandelt Avorden sein Avird, anzuzeigen; das Einzelne endlich au Stelle und imNamen der Gebieter zu verhandeln und veiwalten, Avas, Avenn Jene zugegen sind, sie selbst verhandelnoder verAvalten könnten. Und diesen Stellvertretern oder Bevollmächtigten, die so handeln, soll von denübrigen Brüdern so begegnet werden, wie jenen Vollmachtslelleru selbst, Avenn sie zugegen wären.

Cap. 24.

Am 1. Mai aber sollen alle Brüder, Avelche schon zur Feier dieser Versammlung an dembestimmten Orte angelangt sind, vor dem Obersten selbst in der Aula, Ehren halber, erscheinen, undzwar zeitig, eher nämlich, als Derselbe zu dem nachmittägigen Gebete (Avelches die Vesper heisst) sichbegiebt. Dieselben wird Er dagegen freundschaftlichst und in Wahrheit ehrenvoll, nach der Sacheselbst, empfangen.

Cap. 25.

Bald darauf wird der Oberste, oder dessen Stellvertreter, und zugleich die Brüder dieses Ordensdie Aula mit einander verlassen und in den Tempel gehen. Die Freunde alle Averden an AA'ollenen,purpurfarbigen, nämlich mit Scharlach gefärbten und bis zur Erde herabhängenden Mänteln, welchesowohl an den Seitenspalten, als auch unten um die Säume selbst einen herumgeheudeu Besatz haben,nach Phrygischer Weise so gestickt, AA T ie nach Art einer verschiedenartig gestreuten Saat, theils mitFeuereisen und Kieselchen und Funken, die gleichsam bei einem gegenseitigen Schlage heraussprin-gen, theils auch an goldenen Schaaf-Vliessen unterschieden werden. Und dieser Mantel selbst seiinwendig mit der Art Pelz überzogen, welche aus abgeschnittenen Rücken und Bäuchen der Eich-hörnchen, die wiederum einer um den andern zusammengesetzt sind, besteht. Die Franzosen nennensie gemeinhin menuvair. Alle aber sollen gleicher Weise scharlachene Kopfbedeckungen tragen,von welchen aus ähnlichem Tuche ein Theil, länglich zwar, aber schmal, womit der Ilals pflegtgeziert zu werden, ganz jedoch und mit keinen Schnitten versehen herabhängen soll. Und mit diesenMänteln und Kopfbedeckungen (die sich ein Jeder für sein Geld anschafft) angethan, Averden der