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ncr reinen und ruhigen Ansicht des Shakspeare erhobenhatte.
Bellin, ein Fragment, nach dem Giocondo des Ariost,mußte freilich Fragment bleiben: denn wo hätte es nachdiesem Anfänge mit dem Ganzen hinausgewollt? ImAriost ist die Geschichte, wie sichs für eine solche Novellein Versen gehört, mit geistreicher Kürze erzählt; hierverliert sich der Erzähler nach einer schon zu weitläuftigenVorrede sogleich wieder in endlose Abschweifungen, machtden Bellin, seinen Giocondo, ohne allen erdenklichen Zweckzu einem Dichter, und läßt den Lombardischen Königüber die ungerechte Verachtung der Poeten und derPoesie, endlich sogar über eine obscure Provinzial - Zeit-schrift Dinge sagen, die Gott weiß wie? dahin gehörenmögen. Es ist ein sprechendes Beispiel, wie sorglosBürger über Plan und Anlage eines Gedichtes seynkonnte, während ihn die Ausputzung des Einzelnen bisins feinste hinein beschäftigte. Denn sehr sauber gear-beitet sind die Stanzen wirklich: sie verdienen bei denStudien über den Gebrauch dieser Versart zum Scherz-haften und Drolligen in Betrachtung zu kommen. Nurwäre ihnen mehr Freiheit und Wechsel zu wünschen;sogar der Abschnitt nach der vierten Sylbe ist immerbeobachtet, der als Regel bei fünffüßigen, nicht mit län-geren und kürzeren Versen untermischten Jamben eineganz unnütze und nachtheilige Fessel ist.
Pope's Brief der Heloise an Abelard ist in der Nach-bildung ohne eigentlichen Zusatz fast um das Doppelteverlängert, was bei der einmal gewählten Versart un-vermeidlich war. Die spruchreiche Kürze des Originals,