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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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wohl ein; seine Aeußerung darüber war wohl nicht soernstlich gemeint.

Auch Proben einer Übersetzung von Ossians Gedich-ten finden sich in der Sammlung. Ich sehe die Mei-nung sich immer erneuern, die Bürger ebenfalls hegte,daß dies ein schweres Unternemen sey; ich, für meinTheil, begreife nicht, wie man es anfangen wollte, denOfsian anders als gut zu übersetzen. Wenn man michaber fragt: ob so etwas verdient übersetzt zu werden?so antworte ich dreist wie Macduff: Nein, nicht zuleben! Indessen stände von diesem empfindsamen, ge-staltlosen, zusammengeborgten modernen Machwerk, überdessen absoluten Unwerth ich mich nicht stark genugauszudrücken weiß, dennoch vielleicht ein Gebrauch zumachen. Da, wie es scheint, in unserm Zeitalter jederpoetische Jüngling die sentimentale Melancholie einmalzu überstehen hat, so schlage ich vor, wie man jetztstatt der Kinderblattern mit den Kuhpocken abkömmt,sie künftig mit dem Ossian einzuimpfen; das Uebelwird auf diese Art am unschädlichsten und am wenig-sten anhaltend sepn.

Bürgers Arbeit am Macbeth hat Celebrität erlangt,und doch ist sie die mißlungenste unter allen. Bei denHexengesängen erwartete man ihn in seinem eignenFach, und er war cs so sehr, daß sie manierirter aus-gefallen sind als sein manierirtestes. Shakspeare hatauch hier seine gewöhnliche Mäßigung und Enthaltsam-keit geübt, man sieht, daß er die Zauberinnen, ohneden Volksglauben zu verlassen, der Würde einer tragi-schen Darstellung leise anzunähern suchte. In der